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| 02:44 Uhr

Wo sind Specht & Co. bloß geblieben?

Leserbrief. Fred Hocker aus Lauchhammer schreibt zum Artikel "Wo sind Specht & Co. bloß geblieben?" vom 7. Januar: Diese Frage ist sicher nicht mit wenigen Worten zu beantworten und betrifft nicht nur unsere Vogelwelt, sondern das gesamte Spektrum unserer natürlichen Vielfalt.

Dabei lohnt es sich, nicht nur auf die Vögel an sich, sondern auf die Zusammenhänge unserer Umgebung zu schauen. Es handelt sich vor allem in Lauchhammer mit seinen zahlreichen Leerständen an Gebäuden sicher nicht um fehlende Unterschlupfmöglichkeiten für Sperlinge. Nein, das Problem der rückgängigen Populationen ist bundesweit seit einigen Jahren zu beobachten. Aufmerksamen Beobachtern der Natur ist ja sicherlich auch schon der stetige Rückgang an unterschiedlichen Schmetterlingen und Insekten aufgefallen, welche bekanntlich die Nahrungsgrundlage für sehr viele heimische Vogelarten darstellen.

Sehr deutlich für Jedermann zeigt sich das Problem bei den Bienen und deren Honig. Verschiedene Untersuchungen kommen inzwischen zu dem Schluss, dass der Honig der Bienen in der Großstadt weniger mit Giftstoffen belastet ist als auf dem Land. Diese Probleme treffen natürlich nicht nur unsere Bienen, sondern nahezu alle Insekten, welche sich von Blütennektar ernähren, und auch deren Fressfeinde, also die Vögel, auch Frösche und viele Kleintiere. Nun wird deutlich, dass das Sterben vieler Vogelarten nicht allein von Wetterkapriolen sondern von deren Lebensgrundlage Insekten und Kleintieren abhängig ist. Vögel, die an jedem Tage sehr viele Mücken, Fliegen oder andere Insekten fressen, häufen natürlich auch deren Giftstoffe in ihrem Körper an. Bei der Frage woher nun diese Giftstoffe kommen, braucht man nur mit offenen Augen durch unser Land zu fahren. Nahezu jede Brachfläche oder Wiese wurde in den letzten Jahren umgeackert, um sie Jahr für Jahr aufs neue mit Mais zu bepflanzen. Seit Mais und andere Getreidearten zum Spekulationsobjekt für Biogasanlageninvestoren und deren Banken geworden sind, scheint es manchen Leuten egal zu sein, was in der Folge passiert. Der Weg zu einer umweltfreundlichen Energieversorgung ist eben doch schwieriger, als mancher sich das vorstellt. Wir sollten auch betrachten, wie sehr unsere Gier nach ständigem Wachstum und die Industrialisierung der Landwirtschaft unsere eigene Lebensgrundlage langsam aber sicher zerstört. Hoffentlich wachen wir bald auf und merken, dass man Geld nicht essen kann.