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| 02:47 Uhr

Wo sich Technik und Kunst treffen

Die Senftenberger Künstlerin Franka Just (2. v. l.) im Gespräch zu ihren Bildern.
Die Senftenberger Künstlerin Franka Just (2. v. l.) im Gespräch zu ihren Bildern. FOTO: Renate Hensel/rhs1
Hosena. Eine neue Ausstellung mit Bildern der Designerin, Malerin und Grafikerin Franka Just wird seit Sonnabend bei der Züblin Stahlbau GmbH in Hosena gezeigt. Die Senftenbergerin gehört dem Künstlerkreises 07 an. Renate Hensel/rhs1

Es sind großflächige, farbintensive Bilder, die nach Raum verlangen. Sie brauchen Fläche und Luft, um ihre Wirkung entfalten zu können. Auf den großen, weißen Wandflächen der Büros finden Franka Justs gespachtelte und farbstreifengezogene Bilder ihre vollkommene Ästhetik. Da springt ein reines Rot oder Blau sofort ins Auge, fordert auf, zu verweilen, es meditativ zu erleben, um gleichzeitig mit den anderen Farben zu korrespondieren. Nichts Gegenständliches wird abgebildet, doch der Betrachter ist mittendrin in der Realität, findet seinen Zugang zur Lausitzer Landschaft, zum Spreewald, zu Lichterscheinungen. Letztere regten die Künstlerin während ihres Studienaufenthaltes in der norwegischen Hauptstadt Oslo zu ganz neuer Betrachtungsweise an, einer, die in den Bildern wiederzuentdecken ist. Sie fordern zum Gespräch über ihre Machart heraus, beflügeln die Fantasie und nehmen mit ins Abenteuer Kunst.

Diese in den Alltag des Arbeitslebens zu integrieren, ist seit vielen Jahren Bedürfnis bei Züblin in Hosena. Geschäftsführer Ullrich Pfabe nennt es einen glücklichen Zufall, dass vor vielen Jahren der 2010 verstorbene Maler Gerhart Lampa die Anregung zu Ausstellungen gab und seine Frau Barbara Seidl-Lampa diese Idee fortführt.

Zweimal im Jahr wechseln die Kunstausstellungen, die zu den Industriefotografien von den Großbaustellen der GmbH in den Gängen eine Bereicherung sind. Ebenso erfreulich sei die Verbindung zum Theater Neue Bühne mit seinen Gastspielen, aufbauend auf einer gemeinsamen Idee mit dem ehemaligen Intendanten Sewan Latchinian.

"Es ist uns ein Bedürfnis, die Kunstschaffenden zu unterstützen und Kultur nahe zu bringen, die Lebenswelt gerade in der ländlichen Region zu bereichern", so Ullrich Pfabe.

Züblin gehört zu den größten und modernsten Stahlbau- und Fassadentechnikunternehmen Deutschlands, der Standort in Hosena ist mit mehr als 300 Mitarbeitern ein großer Arbeitgeber in Südbrandenburg. Kraftwerke im In- und Ausland, aber auch Projekte wie die Dresdner Frauenkirche und der "schiefe" Aussichtsturm am Senftenberger See zeigen die Handschrift der Zübliner. Seit Langem ist auch die Kunst integriert - als Gegenstück zur Technik.