| 02:44 Uhr

Wo Müll zu Elektroenergie wird

Bernd Joppek, Produktionsleiter EEW Großräschen, übergibt Marco Werschke vom Veolia Umweltservice ein kleines Dankeschön anlässlich der 2000 000. Tonne angelieferter Ersatzbrennstoffe im Kraftwerk Sonne.
Bernd Joppek, Produktionsleiter EEW Großräschen, übergibt Marco Werschke vom Veolia Umweltservice ein kleines Dankeschön anlässlich der 2000 000. Tonne angelieferter Ersatzbrennstoffe im Kraftwerk Sonne. FOTO: Ronald Philipp
Großräschen. Das Kraftwerk Sonne des Unternehmens EEW Energy from Waste Großräschen hat am Montag die 2 000 000. Tonne Ersatzbrennstoff seit Inbetriebnahme der Anlage im Januar 2008 angenommen. red/br

Anlieferer der Jubiläumstonnage war Veolia Umweltservice. "Veolia gehört zu unseren treuesten und zuverlässigsten Partnern und ist seit den ersten Stunden dabei", sagt Rüdiger Bösing, der kaufmännische Geschäftsführer von EEW Großräschen. Für ihn sei es deshalb eine besondere Freude, stellvertretend für das gesamte Unternehmen einem Fahrer von Veolia Umweltservice ein kleines Dankeschön für annähernd zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zu übergeben, teilt das Unternehmen mit.

Robert Menzer, Veolia Niederlassungsleiter in Berlin-Brandenburg, ergänzt: "Mit einer Million Tonnen Aufbereitungskapazitäten pro Jahr zählt Veolia zu den größten Lieferanten von Ersatzbrennstoffen in Deutschland. Das Kraftwerk Sonne beliefern wir seit 2008 mit diesem umweltschonenden Energieträger, der Kohle, Öl und Gas ersetzt. Diese Symbiose aus sicherer Entsorgung einerseits und sinnvoller Verwertung andererseits ist Kern unserer langen und vertrauensvollen Zusammenarbeit."

"Die aus der Verwertung von zwei Millionen Tonnen Ersatzbrennstoff gewonnene Energie entspricht dem Verbrauch von etwa 1,6 Millionen Tonnen Braunkohle beziehungsweise 675 000 Tonnen Erdgas", erklärt Dr. Klaus Piefke, technischer Geschäftsführer von EEW Großräschen. Ersatzbrennstoff in Form speziell aufbereiteter Gewerbe- und Industrieabfälle mit hohem Heizwert zu verwerten ist somit, so Piefke weiter, "ein doppelter Gewinn für Mensch und Umwelt". Sie ersetzten Primärenergieträger, die dann weder gefördert noch verbrannt werden müssten.

Am Traditionsstandort Industriepark Sonne produziert EEW aus jährlich etwa 246 000 Tonnen Ersatzbrennstoff Strom für rund 46 000 Haushalte und Fernwärme für den Ortsteil Freienhufen.

"Am 15. März 2006 haben wir mit den Bauarbeiten für das Kraftwerk begonnen, das erste EBS-Feuer im Januar 2008 entzündet und im Juni desselben Jahres den Regelbetrieb aufgenommen", sagt Piefke, und Bösig stimmt ihm zu. Für beide ist es eine Freude, die 120-jährige Tradition des Energie- und Kraftwerksstandorts insbesondere in einer Zeit des Strukturwandels fortführen zu können.

Zum Thema:
EEW Energy from Waste (EEW) ist Deutschlands führendes Unternehmen in der Erzeugung umweltschonender Energie aus der thermischen Abfallverwertung. EEW entwickelt, errichtet und betreibt thermische Abfallverwertungsanlagen. In den derzeit 18 Anlagen der Unternehmensgruppe in Deutschland und im benachbarten Ausland können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall energetisch verwertet werden. Durch die Nutzung der im Abfall enthaltenen Energie erzeugt EEW Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete sowie umweltschonenden Strom für umgerechnet rund 700 000 Haushalte. Mit einem durchschnittlichen Anteil biogener Stoffe im Abfall von 50 Prozent erzeugt EEW gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Energie aus erneuerbaren Quellen und spart jährlich eine Million Tonnen CO ein. EEW beschäftigt an allen Standorten sowie in seiner Unternehmenszentrale in Helmstedt insgesamt rund 1050 Mitarbeiter.