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Das Wetter im November
Wo ist die Sonne nur geblieben?

Ein phänomenales Naturschauspiel war am Montag im Süden des Landkreises zu bestaunen. Gegen 14 Uhr bot sich hier zwischen Lindenau und Tettau dieses ­außergewöhnliche Bild.
Ein phänomenales Naturschauspiel war am Montag im Süden des Landkreises zu bestaunen. Gegen 14 Uhr bot sich hier zwischen Lindenau und Tettau dieses ­außergewöhnliche Bild. FOTO: Mirko Sattler
Lindenau. Im November drückte den Menschen ein Defizit an Sonnenlicht aufs Gemüt - das haben die Hobby-Meteorologen exakt nachgewiesen. Von Rudolf Kupfer

Dieser Monat war viel zu dunkel: Der November brachte der Lausitz ein ungewöhnlich hohes Defizit an Sonne. Sie schien, wie Michael Wesnigk aus Klettwitz berichtet, nur 34 Stunden bei einer Norm von 50.

Nur an neun Tagen zeigte sie sich mehr als eine Stunde. Damit verstärkte sich das gefürchtete, wettermäßige Stimmungstief für diese Jahreszeit. Vergleichsweise strahlte Klärchen im Jahr 2011 im November 145 Stunden, viermal mehr als 2017 in unserer Region.

Allerdings brachten die kurzen Phasen der tiefstehenden Sonne in diesem Herbst grandiose Licht,- Schatten- und Farbspiele in die Natur und einmalige Motive, so Hobbyfotograf Klaus Kreter in Ortrand. Einige Aufnahmen davon wird er für den bis zum Jahresende laufenden Fotowettbewerb in Senftenberg einreichen.

Ständig wolkenverhangener Himmel gab Väterchen Frost bisher nur wenig Chancen, sein Zepter zu schwingen, so Klaus Hirsch aus Großkoschen. Den ersten leichten Nachtfrost hat er am 19.11.2017 registriert. Diese relativ späte Abkühlung hat dazu geführt, dass das Laub bei Eichen und Birken relativ lange an den Bäumen hängen blieb. Dazu passt folgende Wetterregel: „Wenn das Laub nicht vor Martini (11.11.) abfällt, sich ein harter Winter lange hält.“

Landwirte und Gärtner konnten die diesjährige Ernte ohne Frostschäden einbringen, allerdings war die Obsternte in der Region die schlechteste seit Jahren. Spätfröste bis zum 30. April hatten die Blüten von Apfel,- Pflaumen- und Kirschbäumen stark geschädigt und zu diesen enormen Ausfällen geführt.

Nachdem im Oktober 2017 zwei starke Herbststürme wüteten, die in Böen bis Windstärke 10 erreichten und in den heimischen Wäldern viel Windbruch hinterließen, blieb es im November ungewöhnlich ruhig, so Ingo Nowak aus Schipkau. Zum Thema Wind und dessen exakte Messungen wird er sich auf der Jahrestagung der Hobbymeteorologen am 28. Dezember in Senftenberg äußern.

In den letzten 25 Jahren hat Günter Kobel in Ortrand in seiner Statistik für November neunmal messbaren Schnee registriert, 2017 war jedoch erneut wieder schneefrei.

Daraus abzuleiten: „Geht Barbara (4.12.) im Grünen, kommt’s Christkind im Schnee“, ist aus seiner Erfahrung aber nicht treffsicher. Gut erinnert er sich noch an den Winter 2010/11, als zum Weihnachtsfest mit 28 cm Schnee Rekordhöhen für die Lausitz erreicht wurden. Es gab verzauberte Landschaften und der Winterdienst war im Dauereinsatz.

Trotz enormen Regens im Herbst blieb die Lausitz vom Hochwasser verschont, stellt Ronny Sommer aus Buchwalde fest. Die intensiven Niederschläge der letzten Wochen haben insbesondere Bäume, Sträucher, mehrjährige Pflanzen ausreichend bewässert und damit auf den bevorstehenden Winter vorbereitet. „Bringt der November viel Nass, gibt’s auf den Wiesen viel Gras“, freuen sich die Bauern.