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| 01:39 Uhr

Wo alte Salzstraße entlangführte

Alte Wegeentfernungen sind auf der Säule markiert: Nach Niemtsch waren es sechs Kilometer, nach Hohenbocka 2,5 Kilometer und nach Schwarzbach fünf Kilometer. Die Initiatoren Prof. Winfried Himmer, Ralph Schulze, Joachim Kappler und der Peickwitzer Ortschronist Heinz Noack (v.l.n.r.) hoffen, dass die Säule Orientierung gibt und lange erhalten bleibt. Foto: Steffen Rasche
Alte Wegeentfernungen sind auf der Säule markiert: Nach Niemtsch waren es sechs Kilometer, nach Hohenbocka 2,5 Kilometer und nach Schwarzbach fünf Kilometer. Die Initiatoren Prof. Winfried Himmer, Ralph Schulze, Joachim Kappler und der Peickwitzer Ortschronist Heinz Noack (v.l.n.r.) hoffen, dass die Säule Orientierung gibt und lange erhalten bleibt. Foto: Steffen Rasche FOTO: Steffen Rasche
Sie ist 2,60 Meter hoch und besteht aus dem gleichen hellen Sandstein wie die Frauenkirche in Dresden. Die am Donnerstagabend feierlich enthüllte Wegesäule in Hosena will an gemeinsame sächsische Geschichte erinnern und die Bedeutung des 1970 nach Hosena eingemeindeten Ortsteils Peickwitz-Flur hervorheben. Von Andrea Budich

"Das ist eine wirklich gute Idee", lobt der ehemalige Schuhmachermeister Karl-Heinz Teichmann aus Peickwitz-Flur. Wie viele andere Bewohner des Ortsteiles ist er zur Einweihung der Wegesäule an die Spitze des Grundstückes Schwarzbacher Straße 2 gekommen. Wohl kaum einer von ihnen hätte zu hoffen gewagt, dass ihr kleiner Ortsteil, der in den besten Zeiten bis zu 400 Einwohner zählte, eine solche Wertschätzung erfahren würde. Zu verdanken haben sie es dem selbstständigen Unternehmer Ralph Schulze, der gemeinsam mit Professor Winfried Himmer aus Dresden und Joachim Kappler Initiator des Vorhabens ist. Mit dem Standort der Wegesäule soll an die alte Handelsstraße erinnert werden, die vor 300 Jahren von Hoyerswerda in Richtung Ruhland führte. Der unscheinbare kleine Weg, der direkt an der Spitze des Grundstückes Schwarzbacher Straße 2 vorbeiführt, war damals wesentlich bedeutender als die heutige Hauptstraße. Mit dem Bau der Milchviehanlage in Peickwitz ist er abgeschnitten worden, sodass die auf der Säule stehenden Kilometerangaben heute nicht mehr stimmen. "Die alte Salzstraße soll nicht vollends in Vergessenheit geraten", so Initiator Ralph Schulze, der mit der Säule auch den Bewohnern aus Peickwitz-Flur ein Denkmal setzen will. Der Ortsteil stehe wie kaum ein anderer für Ansiedlung. Das frühere Waldgebiet ist im Zuge der Indus triealisierung erschlossen worden. Die Bewohner der Siedlung standen bei der Bahn, im Glaswerk und in den Glassandgruben in Lohn und Brot. In guten Zeiten hat es in Peickwitz-Flur sogar drei Gaststätten gegeben: die "Sandquelle", den "Strand" und die Bahnhofsgaststätte. Hosenas Ortsbürgermeister Hagen Schuster hofft, dass mit der Wegesäule auch das Geschichtsverständnis wächst: "Jüngere können mit Peickwitz-Flur schon heute nichts mehr anfangen."