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RUNDSCHAU-Serie
Parfümerie bleibt in der Familie

Mark Dommaschk hat die Parfümerie seine Vaters, Wolfgang Dommaschk, übernommen.
Mark Dommaschk hat die Parfümerie seine Vaters, Wolfgang Dommaschk, übernommen. FOTO: Brautschek
Senftenberg. Mark Dommaschk führt in Senftenberg das Unternehmen seines Vaters fort. Traditionell und mit frischem Wind. Er setzt unter anderem neu auf digitale Kommunikationskanäle. Anja Brautschek

Edle Glasvitrinen säumen die Wände der Parfümerie Dommaschk. Auf Hochglanzmöbeln sind die neuesten Duftflakons drapiert. Das Geschäft wirkt modern. Dass der Laden bereits seit 26 Jahren als Parfümerie betrieben wird, erkennt der Kunde kaum. "Die Parfümerie wurde 1991 gegründet. Sie ist damit eine der ersten in Ostdeutschland gewesen", erzählt Mark Dommaschk.

Er hat das Unternehmen vor zwei Jahren von Vater Wolfgang Dommaschk übernommen und führt es gemeinsam mit seiner Frau fort. Klar war das lange Zeit nicht. Nach dem Abitur hat Mark Dommaschk zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert und etwa zehn Jahre bei einer Bank gearbeitet. Später kam auch ein Fernstudium zum Betriebswirt dazu. Die Berührung mit der Parfümerie blieb jedoch stets bestehen. Wichtige Entscheidungen wurden immer in der Familie getroffen, sagt er. "Ich wurde aber von meinen Eltern nie unter Druck gesetzt, das Geschäft zu übernehmen. Das kam von mir aus", sagt der 41-Jährige. Mit der Parfümerie ist er groß geworden, hat schon als Heranwachsender mit angepackt. Die Herausforderung, Verantwortung zu übernehmen und als eigener Chef zu agieren, habe ihn gereizt. "Außerdem bereichert das Geschäft die Vielfalt im Einzelhandel. Da wäre es schade, wenn wir die Parfümerie aufgegeben hätten", sagt Mark Dommaschk weiter.

Offiziell hat er die Firma vor zwei Jahren übernommen. Ins Geschäft involviert ist er jedoch schon länger. Die Übergabe war ein fließender Prozess. Gründer Wolfgang Dommaschk hat nach und nach Aufgabenbereiche an seinen Sohn abgegeben. Heute trägt der Sohn die Verantwortung für neun Mitarbeiter und zwei Filialen. "Ich halte es für sehr wichtig, die Nachfolge rechtzeitig zu klären", sagt der

66-Jährige. Eine Übergabe sei mit vielen rechtlichen oder steuerlichen Fragen verbunden. Ohne eine geordnete Übergabe könnte das zu vielen Problemen führen, ist der Unternehmer überzeugt.

Dass sein Sohn die Parfümerie übernommen hat, damit erfüllt sich für den ehemaligen Inhaber das Wunsch-Szenario. "Ich bin sehr froh darüber. Viele Kinder entwickeln ja auch ganz andere Interessen", sagt er. Der Verkauf oder die Geschäftsaufgabe wären die beiden Alternativen gewesen. Obwohl das Unternehmen in Familienhand bleibt, sei der Wechsel dennoch erkennbar. Mark Dommaschk konzentriert sich zunehmend auch auf digitale Kommunikationswege. Für ihn sind auch Webseite, Facebook und Co wichtig, um insbesondere die junge Zielgruppe stärker anzusprechen. Zudem will er den Dienstleistungsbereich mit zahlreichen kosmetischen Behandlungen weiter ausbauen. "Das ist ein wichtiges Standbein für unser Unternehmen", sagt Mark Dommaschk. Bei solchen neuen Ideen bleiben Unstimmigkeiten nicht aus. "Unterschiedliche Auffassungen gibt es immer. Aber wichtige Entscheidungen haben wir schon immer gemeinsam in der Familie getroffen", sind sich beide einig.

Langweilig wird es Wolfgang Dommaschk dennoch nicht. Regelmäßig sind er und seine Frau noch immer im Geschäft anzutreffen. "Die Hilfe habe ich gern angenommen. Aus den Erfahrungen kann ich viel lernen", betont Mark Dommaschk. Die neu gewonnene Freizeit nutzt der Senior gemeinsam mit seiner Frau für Reisen. "Wir holen nun das nach, wofür wir viele Jahre durch die Selbstständigkeit kaum Zeit hatten", sagt Wolfgang Dommaschk.

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In der Folge am nächsten Samstag geht die RUNDSCHAU der Frage nach: City-Manager, Gewerbevereine, Werbegemeinschaften, Heimatmärkte - welche besonderen Aktionen und Konzepte gibt es?