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| 21:06 Uhr

ich kaufe regional
Das Kaufverhalten ist der Gradmesser

Heike Kockejei ist Marktleiterin des Rewe-Marktes in Großräschen, der montags bis samstags bis 22 Uhr geöffnet hat. Von den Einwohnern der Stadt werden diese Öffnungszeiten angenommen, sagt sie. Foto: Uwe Hegewald
Heike Kockejei ist Marktleiterin des Rewe-Marktes in Großräschen, der montags bis samstags bis 22 Uhr geöffnet hat. Von den Einwohnern der Stadt werden diese Öffnungszeiten angenommen, sagt sie. Foto: Uwe Hegewald FOTO: Uwe Hegewald
Senftenberg. Das Brandenburgische Ladenöffnungsgesetz gestatet die allgemeine Öffnungszeit bis Mitternacht. Das ist die Ausnahme in der Region. Von Uwe Hegewald

Die Ladenöffnungszeiten sind in der Region unterschiedlich. Aber: Die Geschäfte stehen den Kunden immer länger offen.

Im Gegensatz zum Rewe-Markt in Senftenberg, der wochentags bis Mitternacht geöffnet hat, werden beim gleichnamigen Supermarkt in Großräschen die Türen um 22 Uhr geschlossen. „Das ist für Großrä­schen ausreichend. Die bestehenden Öffnungszeiten werden von unseren Kunden angenommen und sie sind auch personell zu stemmen“, sagt Heike Kockejei. Seit November 2010 als Rewe-Marktleiterin tätig, beobachten sie und die Belegschaft die Kundenströme sehr genau. „In den späten Abendstunden bekommen wir Besuch von Kunden, die noch etwas vergessen haben oder denen ein entspannter, stressfreier Einkauf wichtig ist“, erklärt sie. Das wüssten auch die Mitarbeiter zu schätzen, die sich dann verstärkt mit dem Einräumen von Waren in die Regale befassten. Wie Heike Kockejei berichtet, fand Anfang der Woche eine Kundenbefragung statt. „Die wird einmal jährlich von einem unabhängigen Institut durchgeführt. In der Auswertung erfahren wir dann, an welchen Stellschrauben wir noch justieren können, werden aber auch darüber informiert, wie unsere Öffnungszeiten wahrgenommen werden“, so die Rewe-Chefin. Ihren Job hat sie von der Pike auf gelernt, beginnend mit einer Ausbildung in der ehemaligen Delikat-Fleischerei in der Großrä­schener Kirchallee.

Seit 21 Jahren ist Dieter Körner Inhaber des Genussmittelladens in der Senftenberger Schlossstraße. Wie er berichtet, ließen sich insbesondere mit qualitativ hochwertigen Spirituosen relativ zufriedenstellende Umsätze erzielen. Foto: Uwe Hegewald
Seit 21 Jahren ist Dieter Körner Inhaber des Genussmittelladens in der Senftenberger Schlossstraße. Wie er berichtet, ließen sich insbesondere mit qualitativ hochwertigen Spirituosen relativ zufriedenstellende Umsätze erzielen. Foto: Uwe Hegewald FOTO: Uwe Hegewald

Stefan Willrich sieht Großräschener Ladenöffnungszeiten aus zwei Blickwinkeln: als klassischer Kunde aber auch als Inhaber des Fachgeschäftes „Sport aktuell“. „Die Öffnungszeiten sind in der Stadt so gestaltet, dass jeder die Möglichkeit hat, an seine gewünschten Waren oder Produkte zu gelangen. Von überzogen langen Öffnungszeiten oder zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntagen hält er persönlich nicht viel. „Das lässt den Umsatz nicht automatisch nach oben schnellen. Zudem sind die Abendstunden und Sonntage als einzige freie Zeit für die Familie oder zum Ausüben von Hobbys geblieben“, betont er. Ohnehin summiert sich die Wochenarbeitszeit in der Regel auf 50 Stunden, was dem harten Wettbewerb zuzuschreiben ist. „Der Internethandel fährt uns Einzelhändlern mächtig in die Parade. Das war auch der Grund, warum wir vor fünf Jahren damit begonnen haben, einen eigenen Fahrrad-Verkauf und -Service zu etablieren“, so Stefan Willrich. Mit der touristischen, regionalen Entwicklung sieht der passionierte Radfahrer gute Chancen, sich am Markt zu halten. 

„An den bewährten Ladenöffnungszeiten sollte festgehalten werden. Meinetwegen können Supermärkte oder Discounter früher öffnen und später schließen. Der Sonntag sollte jedoch tabu bleiben“, sagt Dieter Körner. Der Inhaber des Genussmittelladens in der Senftenberger Schlossstraße will sein Geschäft auch Zukünftig sonntags geschlossen halten. „Ausnahmen bilden die verkaufsoffenen Sonntage der Stadt, wie zum Peter- und Paul Markt, Mitternachts-Shopping oder Weihnachtsmarkt. Solchen Aktivitäten verschließt man sich nicht“, betont er. Länger zu öffnen, würde sich auch in der Urlaubs- und Ferienzeit nicht zwingend lohnen. Wie Dieter Körner in Erfahrung gebracht hat, ziehe es Touristen eher zu See, Hafen, in den Tierpark oder zu Schloss und Festung mit seinem Museum, als zum Shoppen in die Innenstadt. „Senftenberg kann sich nicht mit den renommierten Ostseebädern vergleichen, wo bezüglich der Ladenöffnungszeiten ohnehin Sonderregelungen greifen.“

Mit seinem Komplettservice rund ums Fahrrad hat sich Stefan Willrich ein zweites Standbein geschaffen. Allein im Verkauf von Sportartikeln sieht der Großräschener aufgrund des wachsenden Internethandels wenig Chancen, um sich am Markt zu behaupten. Foto: Uwe Hegewald
Mit seinem Komplettservice rund ums Fahrrad hat sich Stefan Willrich ein zweites Standbein geschaffen. Allein im Verkauf von Sportartikeln sieht der Großräschener aufgrund des wachsenden Internethandels wenig Chancen, um sich am Markt zu behaupten. Foto: Uwe Hegewald FOTO: Uwe Hegewald