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Chemikalie ausgetreten
Chemie-Unfall bei der BASF in Schwarzheide

Nach einem Unfall in der Nacht zum Montag, sind die Informationen aus Schwarzheide noch dürftig.
Nach einem Unfall in der Nacht zum Montag, sind die Informationen aus Schwarzheide noch dürftig. FOTO: Steffen Rasche
Schwarzheide. In der Nacht zum Montag ist es gegen 23.45 Uhr in der BASF Schwarzheide GmbH offenbar zu einem Unfall gekommen. Darüber hat das Unternehmen am Montag informiert. Aus bislang unbekannter Ursache sei aus einer Anlage eine sehr geringe Menge Propylenoxid ausgetreten.

Nach dem vom Unternehmen als bezeichneten „Produktaustritt“ Vorfall seien fünf Mitarbeiter vorsorglich zur Beobachtung in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. „Das war eine Vorsichtsmaßnahme“, erklärt Unternehmenssprecher Arne Petersen. Drei der fünf Mitarbeiter hätten ihre Sonntagnachtschicht nach kurzem Klinikaufenthalt wieder fortsetzen können, sagte Petersen. Die anderen beiden Männer sollten das Krankenhaus voraussichtlich noch am Montagnachmittag wieder verlassen können.

Vermutlich eine undichte Stelle in der Leitung habe zu dem Austritt einer sehr geringen Menge Propylenoxid geführt. Die farblose Flüssigkeit ist leicht entflammbar und besitzt einen ätherischen Geruch. „Die Anlage wurde sofort in einen sicheren Zustand gefahren. Die Ursache wird untersucht. Gefahr besteht nicht“, versichert Arne Petersen. Bisher habe es an dieser Anlage noch keine derartigen Zwischenfälle gegeben. Die Anlage werde regelmäßig überprüft.

Bei Propylenoxid handelt sich nach Angaben in einem Sicherheitsblatt um einen Stoff, der extrem entzündbar und gesundheitsschädlich beim Einatmen und Verschlucken ist. Außerdem könne der chemische Grundstoff genetische Defekte verursachen und Krebs erzeugen.

Propylenoxid wird nach Angaben der Online-Enzyklopädie „Wikipedia“ hauptsächlich zur Herstellung von wasserlöslichen Propylenglycol-Derivaten verwendet. Diese fungieren als Trägerstoff und Trägerlösungsmittel für Farbstoffe, Aromen, Antioxidationsmittel. Propylenoxid könne aber auch als Korrosionsschutzzusatz für Pestizide, Kühlflüssigkeiten und Desinfektionsmittel Verwendung finden. Tierversuche zeigten, dass das Einatmen von Propylenoxid bis zu einer Konzentration von 150 ppm keinerlei nachweisbare Auswirkung hat. Bei wiederholtem Kontakt der Tiere mit dem Stoff kam es zur Depression des Zentralen Nervensystems und Augen- und Atemwegsreizung. Da die Geruchsschwelle in der Luft zwischen 100 und 350 ppm, die maximal zulässige Arbeitsplatzkonzentration jedoch bei nur 2,5 ppm liegt, ist der charakteristische Geruch des Stoffes kein ausreichender Indikator für Propylenoxid.

(1ppm (parts per million) = 1 ml /m3 oder 1 mg /Kg)

(red/si)