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| 19:07 Uhr

Strukturwandel Lausitz
Große Pläne in Schwarzheide

 Weitere Investitionen – der BASF-Standort in Schwarzheide soll ausgebaut werden.
Weitere Investitionen – der BASF-Standort in Schwarzheide soll ausgebaut werden. FOTO: dpa / Bernd Settnik
Ludwigshafen. Das Land Brandenburg und BASF vereinbaren den Ausbau des Industriestandorts.

Die Brandenburger Landesregierung will auf der Suche nach wirtschaftlichen Alternativen für die Lausitz bei einem Kohleausstieg keine Zeit verlieren. Am Donnerstag war Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) aus diesem Grund nach Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) gereist. Am Stammsitz des Chemieunternehmens BASF unterschrieben Woidke und der Aufsichtsratschef der BASF-Schwarzheide, Uwe Liebelt, eine Vereinbarung zum Ausbau des Standortes in Brandenburg. Damit soll der Industriekern, an dem die BASF derzeit rund 1780 Mitarbeiter beschäftigt, weiterentwickelt werden.

Bei dem Treffen dabei waren auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) und Klaus Freytag, der Lausitzbeauftragter des Ministerpräsidenten, sowie Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH.

Dietmar Woidke sprach in Ludwigshafen außerdem mit dem Chef des BASF-Gesamtkonzerns Martin Brudermüller.

„Unser Ziel ist eine europäische Modellregion, in der wir es schaffen, Industriekapazitäten weitgehend klimaneutral auszubauen“, sagte Woidke der RUNDSCHAU. Dabei gehe es um die Nutzung regenerativer Energien, Digitalisierung und die Erhöhung der Effizienz bei den Herstellungsprozessen.

Woidke: „Es kann nicht sein, dass Klimaschutz nur durch den Abbau von Industriearbeitsplätzen funktioniert. Auf diesem Weg wird uns nie ein anderes Land folgen.“ Stattdessen wolle Brandenburg in der Lausitz zeigen, dass Wachstum und Klimaschutz gemeinsam funktionierten. Bei der BASF habe er dabei sehr innovative Partner gefunden.

Der Chemie-Standort Schwarzheide soll neben dem Industriepark in Schwarze Pumpe und dem Industriegebiet in Guben in den kommenden Jahren einer der Industriellen Entwicklungsschwerpunkte in Südbrandenburg werden. Neben dem Ausbau des BASF-Werkes ist dort bereits jetzt die Errichtung eines neuen, größeren multimodalen Umschlagterminals geplant, auf dem künftig noch mehr Güter von der Straße auf die Schiene verladen werden können. Dabei soll Schwarzheide zu einer wichtigen Logistikdrehscheibe auf dem Schienenweg zwischen Europa und Asien ausgebaut werden.

Drittes Standbein in Schwarzheide ist der Aufbau eines Leistungszentrums Lausitz. Damit will die BASF Angebote der Schul-, Aus- und Weiterbildung für verschiedene Industrien in der Lausitz bündeln, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern und jungen Menschen in der Region Perspektiven zu bieten.