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Schwarzheide
Kritische Nachbarn bei der BASF

BASF-Geschäftsführer Jürgen Fuchs stellt den rund 100 Einwohnern aus Schwarzheide-Ost die Pläne seines Unternehmens vor.
BASF-Geschäftsführer Jürgen Fuchs stellt den rund 100 Einwohnern aus Schwarzheide-Ost die Pläne seines Unternehmens vor. FOTO: Steffen Rasche / BASF Schwarzheide GmbH
Schwarzheide. Bei einem Treffen mit Anwohnern hebt der Chemieriese aus Schwarzheide seine bedeutende Stellung hervor und malt auch für die Zukunft ein Bild des Wachstums. Einige Nachbarn sehen das mit Sorge. Von Jan Augustin

Die BASF Schwarzheide GmbH ist und bleibt ein industrieller Leuchtturm der Lausitz. Diese klare Botschaft hat Geschäftsführer Jürgen Fuchs bei einem Nachbarschaftstreffen im unternehmenseigenen Kulturhaus vermittelt. Das Unternehmen, das aus der BASF-Angebotspallette bis auf Öl und Gas alle Produkte herstellt, ist nicht nur in der Gegenwart auf Erfolgskurs. Der Umsatz  kratzt 2016 an der Milliarden-Marke. In diesem Sommer ist die weltweit größte und modernste Compoundieranlage für technische Kunststoffe in Betrieb gegangen. Damit können bis zu 70000 Jahrestonnen Ultramid und Ultradur zusätzlich produziert werden. Die Stoffe sind im Automobilbereich, in der Elektrotechnik und im Maschinenbau unentbehrlich. Es entstehen 50 neue Arbeitsplätze. Aktuell gibt es rund 1750 BASF-Mitarbeiter in Schwarzheide. Mit den am Standort angesiedelten Firmen sind es rund 3400.

Jürgen Fuchs will mit der BASF noch besser werden. Trotz Herausforderungen. Das sind das Demografieproblem, die Gesetzgebung sowie die Märkte und Kunden, die sich ständig verändern, zählt der Geschäftsführer auf. Dass die BASF mit passenden Strategien darauf aber gut vorbereitet ist und nicht vom Weg abkommen wird, daran lässt Jürgen Fuchs keinen Zweifel. „Es geht darum, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Wir können hier noch bauen, weil wir noch Platz haben“, sagt Jürgen Fuchs den rund 100 Gästen.

Einen Wachstumsschub erhofft er sich auch mit der Fertigstellung des Ruhlander Bahnhofes. Der Chemieriese aus Schwarzheide kann dann seine Produkte auf der Schiene direkt bis China transportieren. Schon jetzt aber ist die Logistikanbindung ans Gleisnetz der Bahn und an die angrenzende Autobahn vorhanden. Pro Jahr rollen fast 4000 Züge und knapp 70000 Lkw vom Hof.

Einigen Nachbarn sind diese Dimensionen zu groß. Vor allem werden Lärm- und Geruchsbelästigungen genannt. Ob man den Verkehr nicht besser leiten könne, fragt ein Anwohner zum Beispiel. Er fühle sich  belästigt von zu vielen Lastern, die den Kreisel nutzen, um in den Ort zu gelangen. Zwar könne die BASF eine Empfehlung an die Logistikfirmen aussprechen und einen gewissen Druck ausüben, erläutert Arbeitsdirektor Colin von Ettingshausen. Vorschreiben, wo der Lkw langfährt, könne er allerdings nicht. „Deutschland ist ja ein freies Land“, sagt er.

Ein anderer Nachbar wird in seiner Kritik noch deutlicher. Anwohner seien jetzt schon von „Lärm und Gestank“ geplagt. Nun befürchte er mit zunehmender Größe der BASF, dass die Werte der Grundstücke sinken werden.

Jürgen Fuchs betont, dass die BASF sehr viel unternimmt, um die Belästigungen in Schwarzheide zu minimieren. Er sagt aber auch, dass der Produktionsstandort der zweitgrößte Arbeitgeber in Brandenburg sei und so auch einen großen Anteil am Wohlstand in der Region habe. „Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass es so ruhig wird wie im Naherholungsgebiet“, erklärt der Geschäftsführer.