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| 12:03 Uhr

Strukturwandel Lausitz
BASF Schwarzheide will auf dem Batteriemarkt mitmischen

 Der Chemieweltkonzern hatte im Oktober 2018 bekannt gegeben, eine erste Anlage für Batteriematerialien im finnischen Harjavalta aufbauen zu wollen.
Der Chemieweltkonzern hatte im Oktober 2018 bekannt gegeben, eine erste Anlage für Batteriematerialien im finnischen Harjavalta aufbauen zu wollen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Schwarzheide. Mit einer möglichen Produktion von Batteriezellen werden in der Lausitz große wirtschaftliche Hoffnungen beim Strukturwandel verbunden. In diesem Jahr könnte die BASF Schwarzheide einen ersten großen Schritt auf den Batteriemarkt tun. Von Jan Siegel

Das Chemieunternehmen BASF Schwarzheide prüft, in den Milliardenmarkt der Batteriechemie einzusteigen. Das hat Geschäftsführer Jürgen Fuchs am Mittwoch bestätigt. Noch sei aber keine endgültige Entscheidung für den Lausitzer Standort getroffen.

Das Unternehmen plant allem Anschein nach den Neubau einer Produktionsanlage für Lithium-Kathoden. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil von Lithium-Ionen-Batteriezellen. Das wäre eine Investition im dreistelligen Millionenbereich. Es wäre die zweite BASF-Produktionsanlage für Batteriematerialien.

Der Chemieweltkonzern hatte im Oktober 2018 bekannt gegeben, eine erste Anlage für Batteriematerialien für den europäischen Markt im finnischen Harjavalta aufbauen zu wollen. „Für eine zweite Produktionsanlage, die die BASF-Gruppe erwägt, werden mehrere Produktionsstandorte geprüft, darunter auch Schwarzheide“, hatte ein BASF-Sprecher damals bereits bestätigt. Das Werk in Schwarzheide ist offenbar zur Weiterverarbeitung der finnischen Produkte noch immer in der ganz engen Wahl. Geschäftsführer Fuchs sagte am Mittwoch, dass eine finale Standortentscheidung im Sommer getroffen werden soll.

Schon im vergangenen Jahr hatte die BASF-Schwarzheide 200 neue Arbeitskräfte eingestellt. In diesem Jahr sollen weitere neue Stellen „im dreistelligen Bereich“ dazukommen, kündigte Arbeitsdirektor Dr. Colin von Ettingshausen an.

Anfang Februar hatten Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Uwe Liebelt, Aufsichtsratschef der BASF Schwarzheide GmbH, in der BASF-zentrale in Ludwigshafen eine gemeinsame Erklärung unterschrieben bei der es um den weiteren Ausbau des Lausitzer Standortes ging.

Einer der wichtigsten Rohstoffe für die Batterie-Produktion könnte aus dem nahen Erzgebirge kommen. Eine grenzüberschreitende Lagerstätte in Zinnwald/Cinovec zählt nach Angaben des Sächsischen Oberbergamtes zu den größten Lithium-Lagerstätten in Europa. Seit dem Jahr 2011 hatte die Deutsche Lithium GmbH Freiberg den deutschen Teil der Lagerstätte erkundet. Die geologischen Erkundungen umfassten u. a. 23 Bohrungen mit bis zu 400 m Tiefe.

Das Sächsische Oberbergamt erteilte dem Unternehmen im Oktober 2017 die Bergbauberechtigung zur Gewinnung des sogenannten Lithium-Glimmer-Greisenkörpers. Das Gestein enthält etwa 20 Prozent Lithium-Glimmer, der nach dem Fundort auch Zinnwaldit genannt wird.

Im Zinnwaldit fänden sich etwa 1,6 Prozent Lithium. Die Deutsche Lithium GmbH hatte im Oktober 2018 die Ressourcen in der erzgebirgischen Lagerstätte untersucht und war zum Ergebnis gekommen, das dort etwa 125 000 Tonnen Lithium gewonnen werden könnten. Damit ist nach Auffassung der Fachleute bei einem geplanten Untertage-Abbau von 500 000 Tonnen Erz pro Jahr ein wirtschaftlicher Bergbaubetrieb für mehr als 30 Jahre möglich.