ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:39 Uhr

Forschung an der BTU Cottbus-Sentenberg
An der BTU schnell und präzise in die Lunge blicken

Beim Probelauf des optimierten Computerprogramms DICOM-Analyser (v. r.): Dr. Anja Braune, Prof. Dr. Ingrid Bönninger, Nico Gerhardt, Igor Nesterow, Tobias Steinmetzer.
Beim Probelauf des optimierten Computerprogramms DICOM-Analyser (v. r.): Dr. Anja Braune, Prof. Dr. Ingrid Bönninger, Nico Gerhardt, Igor Nesterow, Tobias Steinmetzer. FOTO: Robert Rietscher
Senftenberg. Medizininformatik-Studenten der BTU Cottbus-Senftenberg arbeiten frühzeitig in der Forschung mit und optimieren ein Programm zur Lungensegmentierung.

Das Atmungsorgan automatisch und präzise zu erkennen und ungleich schneller als bisher von umliegenden Geweben und Strukturen durch Segmentierung abgrenzen, das ermöglicht ein Computerprogramm, an dem Studierende der Medizininformatik an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus–Senftenberg derzeit mitarbeiten.

Zunächst soll das Programm Dicom-Analyser in der anästhesiologischen Forschung genutzt werden, indem es die Lunge in allen drei Dimensionen in nur wenigen Sekunden abgrenzt, informiert Ralf-Peter Witzmann. Im Folgeschritt könne das jeweilige Maß der Schädigung des Organs abgeschätzt werden. Derzeitig sei für die Lungensegmentierung noch viele Stunden intensiver und überwiegend manueller Arbeit erforderlich.

Die Arbeit an realen Projekten mit Kliniken ist wesentliches Merkmal des Studiengangs Medizininformatik. Um Unterstützung wurden die Studenten aus dem in Senftenberg ansässigen Institut für Medizininformatik der BTU von Prof. Dr. Marcelo Gama de Abreu und Dr. Anja Braune vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden gebeten. Sie arbeiten in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie und forschen an der Optimierung der mechanischen Beatmung, insbesondere bei akutem Lungenversagen.

Somit stehen die BTU-Studenten Nico Gerhardt und Igor Nesterow den Wissenschaftlern bei der Lösung schwieriger Probleme zur Seite.

„Um den Schädigungsgrad der Lunge erkennen zu können, werden dreidimensionale Aufnahmen des Körpers mit einem Computertomographen (CT) erfasst. Hierfür nehmen wir etwa 200 bis 510 Schnittbilder auf. Diese Schnittbilder beinhalten nicht nur die Lunge, sondern auch alle umliegenden Organe und Strukturen wie Herz, Rippen, Wirbelsäule, Zwerchfell sowie die Luft- und Speiseröhre“, erklärt Anja Braune.

Für die Diagnose müssen die Wissenschaftler deshalb in jedem einzelnen Schnittbild die Lunge erkennen und kennzeichnen. Bei schwer geschädigten Lungen geschieht dies noch meist per Hand und dauert bis zu sechs Stunden pro 3D-Aufnahme, informiert Unisprecher Witzmann weiter.

Die Studenten Nico Gerhardt und Igor Nesterow arbeiten an der BTU intensiv daran, dass diese Verfahrensweise bald der Vergangenheit angehört. Fachlich unterstützt werden sie von Tobias Steinmetzer, der wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizintechnologie ist, sowie von Prof. Dr.-Ing. Martin Weigert und Prof. Dr.-Ing. Ingrid Bönninger, die im Studiengang Medizininformatik Grundlagen der Informatik, mathematische Grundlagen beziehungsweise Softwareengineering lehren. „Es macht uns stolz, im Studium ein so anspruchsvolles Projekt zu realisieren, das einen realen Nutzen hat“, sagt Nico Gerhardt.

(red/br)