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Wirtschaft lokal Erfolgsrezept kein Geheimnis

Preisverdächtige Team-Arbeit bei den Fränkischen: Berater Sokrates Giapapas (l.) und Werkleiter Jürgen Schulz (r.) sind sofort zur Stelle, wenn es in der Halle ein Problem gibt. Riccardo Olbrich gehört zur motivierten Mannschaft.
Preisverdächtige Team-Arbeit bei den Fränkischen: Berater Sokrates Giapapas (l.) und Werkleiter Jürgen Schulz (r.) sind sofort zur Stelle, wenn es in der Halle ein Problem gibt. Riccardo Olbrich gehört zur motivierten Mannschaft. FOTO: Steffen Rasche
Schwarzheide.. Ein Kleinformat vom „Großen Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung halten Jürgen Schulz, Betriebsleiter der Fränkischen Rohrwerke Schwarzheide, und Sokrates Giapapas, der das mittelständische Unternehmen in der Niederlausitz federführend aufgebaut hat und es heute noch berät, in den Händen. Strahlend und unbändig stolz. „Schon die Nominierung ist eine Ehre. Aber unter die fünf Finalisten gekommen zu sein, ist ein überwältigender Erfolg“ , bekräftigt das Fränkische-Führungsdoppel. Von Kathleen Weser

Einig sind sich Jürgen Schulz und Sokrates Giapapas auch darin: „Das ist in erster Linie unserem motivierten Team zu verdanken.“
Gegen den Trend in der Baubranche, die sich am rückläufigen Markt schwer krisengeschüttelt zeigt, ist das Wachstum der Fränkischen Rohrwerke weiter ungebrochen. Die Tendenz: steigend. „Wir werden immer wieder gefragt, wie wir das machen“ , gibt Sokrates Giapapas lachend zu. „Dabei ist das gar kein Geheimnis“ , fügt er hinzu. „Wir sind stolz auf unsere Leute. Denn sie glauben an die Firma, weil wir den Erfolg gemeinsam organisieren.“ Über die ständige Auswertung der Arbeitsleistungen geht das weit hinaus. „Unsere Mitarbeiter wissen, dass wir bei Problemen, auch im privaten Bereich, für sie jederzeit ansprechbar sind“ , betont Jürgen Schulz. „Und wir haben immer eine Lösung gefunden.“ Daraus resultieren eine hohe Motivation der Mitarbeiter und ihre Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeitmodellen. „Die Leute sind da, wenn sie gebraucht werden“ , versichert Sokrates Giapapas. Ein Garant für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schwarzheide.
1997 haben die Maschinen in Schwarzheide die ersten Rohre für Kabelschutz, Drän- und Entwässerungstechnik ausgespuckt. Mit sieben Leuten wurde die Produktion damals in Angriff genommen. Ursprünglich waren 30 Arbeitsplätze geplant. Doch zum Jahresende 1999 wurde die 50er-Marke beim Kräftebedarf schon überschritten. Auf das Doppelte ist die Belegschaft seitdem angewachsen. Als einfachen Rohrhersteller kann man den Lausitzer Produzenten längst nicht mehr bezeichnen. Komplette Systemlösungen - beispielsweise für die Regenwasserbewirtschaftung - werden maßgeschneidert gefertigt. Weit geöffnete Himmelsschleusen können dem Lausitzring so keine großen Probleme mehr machen. Denn die Fränkischen haben mit einer Neuentwicklung dafür gesorgt, dass das Niederschlagswasser schnell von der Geländeoberfläche abziehen, gezielt versickert und gle ichzeitig gesteuert weitergeleitet werden kann. Und das in großen Mengen. In weiterer Kombination mit dem Sammeln des Wassers sind diese Schacht- und Rohrsysteme inzwischen auch für die Bewässerung von Grünanlagen, Sport- und Golfplätze interessant geworden. „Das ist ein Baukastensystem, das extrem leicht ist und enorme Wassermengen speichern kann - Lego für Erwachsene“ , erklärt Jürgen Schulz. Auch die Zubehörteile werden in Schwarzheide hergestellt. Erdwärmetauscher für hoch moderne Gebäude-Belüftungssysteme mit Filteranlagen, die unter anderem für Krankenhäuser interessant sind, sind weitere neue, innovative Nischen-Produkte.
Als herausragende Leistungen wurden mit dem Wirtschaftspreis der Finalisten neben der positiven Gesamtentwicklung des Unternehmens die geschaffenen und vor allem sicheren Arbeits- und Ausbildungsplätze, ein breites Engagement in der Region sowie Service und Kundenfreundlichkeit gewürdigt. Eine Auszeichnung, auf denen sich die Fränkischen nicht ausruhen werden. Denn: „Wer aufhört, nach neuen Produkten zu suchen, hat schon verloren“ , sagen die Unternehmer.

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 Anfang der 90er-Jahre sollte ein Wirtschaftspreis, den mittelständischen Unternehmern ehrliche Achtung und Anerkennung für ihre gewaltigen sozialen Leistungen vermitteln. Anliegen: Der einfache Zusammenhang „Gesunder Mittelstand - starke Wirtschaft - mehr Arbeitsplätze“ sollte wieder Akzeptanz finden. Initiator und Gründer Helfried Schmidt nannte ihn: „Ein Oskar für den Mittelstand“ . Nach seinem Schwiegervater Oskar Patzelt, der in den 20er-Jahren als Chefarzt der internistischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Wurzen in Sachsen erfolgreich und anerkannt war. Doch fünf Jahre später stritten deutsche Rechtsanwälte im Auftrag der Academy of Motion Picture and Arts (Hollywood) gegen diesen Namen. 2005 wurde die Auseinandersetzung durch einen Vergleich beigelegt. Die Stiftung wurde nach dem Namensgeber in Oskar-Patzelt-Stiftung umbenannt, der Preis heißt seitdem „Großer Preis des Mittelstandes“ .