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"Wir trinken unsere Instrumente selber aus"

Das GlasBlasSing-Quintett hängt an der Flasche.
Das GlasBlasSing-Quintett hängt an der Flasche. FOTO: Stefan Maria Rother
Senftenberg. Den Geist aus der Flasche kitzeln fünf Berliner Musiker des GlasBlasSing-Quintetts heraus. "Liedgut auf Leergut" lautet ihr Motto. hsd1

Ob Blues, Rumba Rocksongs oder gar Klassik - die fünf Flaschenkinder locken mit einem außergewöhnlichen Konzert am Sonnabend ins Amphitheater - und laden sogar zum gemeinsamen Spiel ein, sagt Jan "Fritze" Lubert, der Mann im grünen Hemd, im RUNDSCHAU-Gespräch.

Fünf Männer hängen an der Flasche - und das seit 17 Jahren. Haben Sie die Flaschen allein ausgetrunken?
Lubert Natürlich trinken wir unsere Instrumente größtenteils selber aus. Wir wollen ja wissen, womit wir arbeiten und herausfinden, ob es ein gutes Instrument ist. Diese Qualitätsprüfung fängt schon bei der Instrumentenleerung an. Eine Ausnahme sind kleine Schnapsflaschen, die lassen wir von qualifiziertem Fachpersonal leeren.

Ist die Idee, ein Flaschenkonzert zu geben, am Stammtisch entstanden?
Lubert Die Idee ist in unserem alten Proberaum entstanden, als wir noch auf "richtigen" Instrumenten Musik gemacht haben. Irgendwann war uns das "Geschleppe" der schweren Verstärker und Instrumente zu viel. Das muss auch einfacher gehen, haben wir uns gedacht. Und da der Kasten mit den Flaschen eh immer im Proberaum stand, haben wir unser musikalisches Schaffen auf das Wesentliche reduziert. Seit dem läuft es super für uns.

So ein bisschen mit dem Finger am Rand des Weinglases Töne hervorzulocken oder den Ozeandampfer an der Flasche zu imitieren, hat wohl jeder schon mal probiert. Aber ganze Musikstücke ...

Wie haben Sie sich dafür qualifiziert?

Lubert Das war am Anfang auch alles nicht so einfach. Wir haben viel geübt und ausprobiert. Welche Flasche oder welche Spielart einer Flasche passt zu einem bestimmten Musikstück am besten? Wie viele Töne werden benötigt? Wir können ja nur eine gewisse Anzahl an Tönen

in unseren Hände halten. Das Gute bei uns ist, dass jeder verschiedene Qualitäten in die Band einbringt. Endie und ich können am besten ploppen, also Flaschen mit den Daumen spielen. Möhre hat in Sachen Rhythmus mit Abstand die besten Fähigkeiten. Peter singt sehr gut. Frank hat eine besonders tiefe Stimme und spielt fantastisch die Picolloflaschen. Und so können wir unsere verschiedenen Fähigkeiten kombinieren und für

bestimmte Musikstücke arrangieren.

Welche Flaschen bevorzugen Sie und wie bringen Sie die zum Klingen? Welcher Flaschentyp eignet sich für welchen Musikstil?
Lubert Unser Lieblingsinstrument ist die 0,33 Liter Longneck Flasche in Grün, die gemeine Becksflasche. Die hat einen guten Klang, es lassen sich relativ viele Töne abbilden und man kann sie super in der Hand halten, maximal drei pro Hand.

Ansonsten nutzen wir, alles was der

Getränkemarkt hergibt. Große Plastikflaschen werden als Percussion-Instrumente genutzt. Kleine Schnapsflaschen eignen sich besonders für hohe Töne und schnelle Melodieverläufe. Ansonsten bauen wir uns auch Instrumente aus Flaschen. Eine Cola-Flasche haben wir zur Flaschengitarre umgebaut. Es gibt ein Flaschen-Schlagzeug oder auch ein Jägermeister-Xylofon.

In der Neuen Bühne haben Sie bereits die Zuschauer begeistert. Worauf können sich nun die Besucher in der Sommerspielstätte, in der Sie zum ersten Mal auftreten, freuen?
Lubert Die Besucher können sich auf ein fantastisches Konzert freuen. Mit Instrumenten, die sie so noch nicht gesehen und gehört haben. Es gibt bekannte Melodien auf außergewöhnlichen Instrumenten, aber auch manche eigene Flaschenkompositionen. Es wird viel gesungen, getrommelt und geblasen. Und viel Quatsch ist auch dabei, weil Musik auf Flaschen keine bierernste Sache sein kann.

Im Amphitheater sind übrigens immer der Piccolo-Fläschchen sehr beliebt. Können Sie die auch zum Klingen bringen?
Lubert Natürlich haben wir auch Picollo-Flaschen dabei, mit unsere Lieblingsintrumente. Wenn es im Amphitheater so beliebt ist, vielleicht können wir mit dem Publikum zusammen ein Liedchen spielen?

Mit Jan "Fritze" Lubert sprach Heidrun Seidel.

Zum Thema:
Die Bee-Gee-Coverband stellt heute, 18. August, ab 20 Uhr ihr Programm "Night Fever - Nights on Broadway" vor. "Volle Pulle Flaschenmusik XXL" heißt es am Sonnabend, 19. August, ab 20 Uhr. Und mit "Let's celebrate in Swing" feiern Andre Hermlin und sein Swing Dance Orchestra mit der Musik Benny Goodmans und Glenn Millers den 30. Geburtstag des Orchesters feiert, am Sonntag ab 19.30 Uhr.Karten für das Amphitheater gibt es in den bekannten Vorverkaufsstellen, unter www.theater-senftenberg.de , an der Theaterkasse oder unter Telefon 03573 801286.