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| 02:38 Uhr

Winterruhe für Ferienhäuser am See

Die Saison ist beendet, die Arbeit geht weiter. Im Familienpark Großkoschen am Senftenberger See werden Plätze, Bungalows und Sanitärobjekte winterfest gemacht. Die Haustechniker Jens Kleinert und Andreas Müller (r.) haben am Dienstag die Wasserhähne abgestellt.
Die Saison ist beendet, die Arbeit geht weiter. Im Familienpark Großkoschen am Senftenberger See werden Plätze, Bungalows und Sanitärobjekte winterfest gemacht. Die Haustechniker Jens Kleinert und Andreas Müller (r.) haben am Dienstag die Wasserhähne abgestellt. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. 2014 war das Jahr der Camper rund um den Senftenberger See. Es hat in der nun beendeten Saison 7,7 Prozent mehr Übernachtungen von Campern gegeben als im Vorjahr. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg investiert daher 2015 in Niemtsch in fünf neue Komfortstellplätze mit Mietwohnwagen. Andrea Budich

Der See lockt immer mehr Urlauber immer länger an. Das ist für Verbandsvorsteher Volker Mielchen nach der Saison 2014 die beste Nachricht. In den vom Verband selbst bewirtschafteten Anlagen Familienpark, Strandhotel, Komfortcamping und Wassersportzentrum haben in diesem Jahr rund 47 000 Gäste ihren Urlaub verlebt. Die Zahl der Übernachtungen liegt bei 229 500 (zwölf Prozent mehr als im Vorjahr). Durchschnittlich bleiben die Gäste 4,6 Tage.

Der Zuwachs ergibt sich neben dem bereits im zeitigen Frühjahr einsetzenden Camper-Ansturm aus der erweiterten Kapazität. Ab Juni standen im Strandhotel in erster Seelage 20 neue Zimmer sowie im Familienpark Großkoschen fünf zusätzliche Ferienhäuser zur Verfügung. Rund fünf Millionen Euro hat der Zweckverband in diesem Jahr für die neuen Ferienhäuser im Familienpark und in die Erweiterung des Strandhotels investiert. Für Volker Mielchen eine Investition in die Zukunft.

Im Familienpark Großkoschen konnte im September der 500 000. Gast seit der Wende begrüßt werden. Und im Strandhotel sind schon in der ersten Saison nach der Erweiterung die Gästezahlen explodiert. "In der Ferienzeit waren wir fast immer ausgebucht", sieht Mielchen das Geld richtig angelegt. Steuerten in den Vorjahren 5000 bis 6000 Urlauber das blaue Strandhotel an, checkten in diesem Sommer 9000 Gäste an der neuen Rezeption ein.

Der Großteil der Urlauber, die sich für den Senftenberger See und das Seenland interessieren, kommt wie in den Vorjahren aus Sachsen. Dahinter folgen Brandenburger, Thüringer und Berliner. Aus den alten Bundesländern reisen rund zehn Prozent der Gäste an. Den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den Tschechen. Knapp 2000 tschechische Urlauber haben in dieser Saison den See für sich entdeckt. Vor allem als Aktivurlauber sind sie am Senftenberger und am Geierswalder See radelnd, skatend und surfend unterwegs. Wenngleich ihr Anteil an der Gesamtgästezahl noch gering ist, sieht Volker Mielchen bei ihnen das stärkste Wachstumspotenzial.

Um gerüstet zu sein, hat ein Teil der Mitarbeiter Tschechisch-Kurse belegt. "Homepage und Prospekte gibt es bereits auf Tschechisch", erklärt Verbandssprecherin Dana Hüttner. Ein Azubi absolviert derzeit sogar ein Praktikum in Prag.

Deutlich in die Höhe geschnellt sind in diesem Sommer die Passagierzahlen auf dem Fahrgastschiff "Santa Barbara". Damit noch mehr Urlauber in See stechen können und niemand mehr am Steg zurückbleiben muss, wird die Flotte ab April 2015 mit einem neuen Fahrgastschiff verstärkt. Der bestellte Solar-Katamaran ist bereits im Bau. Mit seinen 26,5 Metern Länge passt er durch alle Schleusen und Wehre. Die Jungfernfahrt ist für Ostern geplant, informiert Mielchen. Die See-Urlauber können sich ab der kommenden Saison auf Schiffstouren zwischen Senftenberger und Geierswalder See freuen. Die "Santa Barbara" indes kreuzt weiter auf dem Senftenberger See.

Den Wachstumskurs will Kapitän Mielchen auch im nächsten Jahr fortsetzen. Das freilich dürfte zur Herausforderung werden. Mit den sich nahezu überlappenden Ferienzeiten in Brandenburg und Sachsen wird der Sommer 2015 für die Seenland-Touristiker zum schlechtesten Jahr des Jahrzehnts. Mielchen plant daher vorsichtig mit einem "bedachten Wachstum".