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| 17:16 Uhr

Keilerplage im Großräschener Weinberg
Wildsäue fressen Weinberg leer

Winzer Andreas Wobar hofft auf eine neue Chance für die 800 Cabernet blanc-Rebstöcke. Wildschweine haben sie komplett leer geräubert. Die Arbeit im Weinberg startet in der zweiten Februarhälfte. Dann müssen auch die Außenreihen aufgerichtet werden, die von den Herbststürmen umgelegt wurden.
Winzer Andreas Wobar hofft auf eine neue Chance für die 800 Cabernet blanc-Rebstöcke. Wildschweine haben sie komplett leer geräubert. Die Arbeit im Weinberg startet in der zweiten Februarhälfte. Dann müssen auch die Außenreihen aufgerichtet werden, die von den Herbststürmen umgelegt wurden. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE
Großräschen. Borstige Traubenräuber haben den Cabernet blanc-Jahrgang 2017 vom Großräschener Weinberg komplett geplündert. Neuauflage der Seenland-Edition ist in Vorbereitung.

In einer Nacht  haben Wildschweine Großräschens Winzer Andreas Wobar um die kostbare Traubenfracht der Cabernet blanc-Ernte 2017 gebracht. Nicht eine einzige Beere ist übrig geblieben“, bestätigt der Winzer. Die borstigen Traubenräuber haben die süßen Früchte von 800 Rebstöcken leer geräubert. „Sie haben in einer Nacht den 2017er-Spätlese-Jahrgang kaputt gemacht“, sagt Wobar und hat auch Wochen danach noch  schwer an dem Ernteverlust zu knabbern. Im Jahr zuvor waren gut zwei Tonnen Cabernet blanc-Trauben geerntet worden.

Den Kampf gegen die Keilerplage  hatte er im Oktober verloren. Er hatte sich damals drei Tage an seinem Weinberg unterhalb der IBA-Terrassen nicht blicken lassen, weil er auf den Feldern mit der Wiederbestellung viel zu tun hatte. Als er nach dem Rechten schauen wollte, war er seine Ernte bereits los. Die borstigen Räuber hatten sich tief unter dem Zaun durchgegraben, um an die süßen Beeren zu gelangen. Die Cabernet blanc-Trauben sollten als Spätlese als letzte der Großräschener Weine Mitte Oktober zur Lese kommen. Erst so spät, weil sich der Winzer einen Weißwein mit vollen Aromen, die im Geschmack an Birnen und  tropischen Früchte erinnern,  wünscht.

Den feinen Weißen mit einem Hauch von Holunderblüten und grünem Paprika muss Andreas Wobar zwar streichen, ist aber unterm Strich mit dem Jahrgang 2017 sehr zufrieden. Nach den Spätfrösten Anfang Mai fielen die Erträge zwar um ein Drittel geringer aus als im Vorjahr, dafür war die Qualität der Trauben aber hervorragend. Der Solaris konnte Anfang September mit beachtlichen 99 Oechsle gelesen und zur Weiterverarbeitung zum Weinkeller von Schloss Proschwitz nach Meißen gebracht werden.

Zu den Spätfrösten im Mai kamen im Herbst die schweren Stürme, die dem Winzer zu schaffen machten. Die ersten Reihen der damals noch belaubten Rebstöcke sind von  Starkböen schräg gelegt worden. Diese müssen jetzt wieder aufgerichtet und stabilisiert werden. Mit der Arbeit im Weinberg startet Andreas Wobar in der zweiten Februarhälfte. Dann steht der Rebschnitt von 5000 Rebstöcken an.

Wie die Weine des Jahrgangs 2017 schmecken, kann bei der Großräschener Jungweinprobe am 28. April auf den IBA-Terrassen erstmals getestet werden. Dabei wird erneut auch mit dem am Großräschener See gereiften Wein fürs Lausitzer Seenland Werbung gemacht. Zur Neuauflage der Seenland-Wein-Edition gehören der weiße Solaris und der rote Pinotin – jeweils mit limitiertem Segelboot-Etikett.

Von dem sich jetzt mit jedem Tag mehr füllenden Großräschener See erhofft sich Winzer Wobar auch positive Effekte für seinen in sonnenreicher Südlage reifenden Wein. „Wenn die Sonne von der größeren Wasseroberfläche noch stärker reflektiert wird als bisher, profitieren davon auch die Reben“, zeigt er sich überzeugt.

Vor Spätfrösten wie im Vorjahr sind die jungen Triebe dann durch die temperaturregulierende Wirkung besser geschützt. Dennoch bleibt sein Wunsch zum Start ins neue Weinjahr, dass die Eisheiligen diesmal möglichst mild ausfallen mögen.