Von Torsten Richter-Zippack

Erst im Frühjahr ist in Sachsen erstmals ein Goldschakal nachgewiesen worden. Das Tier tappte am 30. März in eine Fotofalle auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz bei Weißwasser. Jetzt soll ein Goldschakal in Südbrandenburg gesichtet worden sein. Das vermutet zumindest Isolde Kotsch aus Schwarzheide. Ihre auf dem Hof installierte Wildkamera hat ein hochbeiniges Tier mit buschigem Schwanz fotografiert. Allerdings fehlt der Kopf auf der Aufnahme, die am 14. August um 2.55 Uhr geschossen wurde.

„Ich wusste erst nicht, um was für ein Wesen es sich handelt“, berichtet Kotsch. Doch die jüngsten Zeitungsberichte und Fotos seien zu ihrem fotografierten Tier sehr ähnlich. „Der Goldschakal muss in der Nacht über den Zaun auf unser Grundstück gelangt sein“, vermutet Isolde Kotsch. Haustiere leben auf ihrem Anwesen am südlichen Stadtrand der Chemiestadt indes keine.

Foto genügt nicht zur Artbestimmung

Eugène Bruins, Direktor des Zoos Hoyerswerda, will keine Artbestimmung im Schwarzheider Fall wagen. „Dazu zeigt das Bild zu wenig. Es könnte genauso gut ein Fuchs sein.“

In Brandenburg wurde der Goldschakal erstmals im Jahr 1997 nachgewiesen, damals in der Niederlausitz. Ursprünglich stammen die Tiere vom Balkan und aus dem Schwarzmeer-Raum. Sie breiten sich aber immer weiter nach Westen und Norden aus.

Dass es sich bei dem auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz aufgenommenen Tier um einen Goldschakal handelt, bestätigt das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Als Goldschakal identifiziert wurde das Tier vom Lupus Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland. Durch Vergleichsaufnahmen vom gleichen Kamerastandort sei gut zu erkennen gewesen, dass das fotografierte Tier größer als ein Rotfuchs und kleiner als ein Wolf ist. Von der Gestalt her sei die Zuordnung zum Goldschakal sicher. Seitdem gebe es keine weiteren Hinweise. Der Goldschakal ist eine besonders geschützte Tierart und in der Europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gelistet.

Weißkeißel