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| 02:43 Uhr

Wieder zurück in der alten Heimat

Andreas Garbotz (vorn) ist der Neue in der Steuerberatungsgesellschaft Ruhland. Für den Diplom-Kaufmann mit Wurzeln im Elbe-Elster-Land ist der Job im Elsterstädtchen ein Sechser im Lotto, wie er selbst sagt. Das Zusammenfinden mit Geschäftsführer Thomas Leuner und Büroleiter Peter Faust (v.l.) "eingefädelt" hatte die Agentur für Arbeit.
Andreas Garbotz (vorn) ist der Neue in der Steuerberatungsgesellschaft Ruhland. Für den Diplom-Kaufmann mit Wurzeln im Elbe-Elster-Land ist der Job im Elsterstädtchen ein Sechser im Lotto, wie er selbst sagt. Das Zusammenfinden mit Geschäftsführer Thomas Leuner und Büroleiter Peter Faust (v.l.) "eingefädelt" hatte die Agentur für Arbeit. FOTO: Steffen Rasche/str1
Ruhland. Nach acht Jahren in den alten Bundesländern ist Andreas Garbotz (35) jetzt mit Frau und Kindern in die alte Heimat zurückgekehrt. Weil beruflich und privat alles passt, hat er sich für einen Neuanfang entschieden. Seinen neuen Job hat er in Ruhland gefunden. Andrea Budich

Die siebenstündige Fahrt auf der Autobahn von Euskirchen in Nordrhein-Westfalen nach Schönborn bei Doberlug-Kirchhain, die hat er sich diesmal zu Ostern gespart. Der Heimatbesuch zu den Feiertagen bei Familie und Freunden ist nicht mehr notwendig, weil Andreas Garbotz zurückgekehrt ist in die alte Heimat. Gegangen ist er 2008 wegen der Arbeit. Wiedergekommen ist er der Familie wegen. Und weil er in Wohnortnähe einen guten Job gefunden hat, in dem er seine Stärken weiterentwickeln kann.

Dass er außerhalb der Ballungsräume von Berlin und Dresden im ländlichen Raum der Lausitz fündig wurde, kommt dem 35-Jährigen wie ein Sechser im Lotto vor. Die Entscheidung für die Rückkehr hat es jedenfalls deutlich beschleunigt, sagt er.

In den Westen verschlagen hatte es den frisch ausgebildeten Diplom-Kaufmann gleich nach seinem Studium in Leipzig. Erst landete er in der Bankenmetropole Frankfurt am Main, später arbeitete er in Nürnberg und schließlich in der Nähe von Köln. Beruflich läuft es bestens. Auch bei seiner Frau Stephanie, eine examinierte Krankenschwester. Das Umdenken setzt ein, als Töchterchen Emilia (heute 3) geboren wird. "Wir haben mindestens 15 Kitas abgeklappert", erinnert sich der Familienvater. Bei zwei Vollzeit-Jobbern, die Frau dazu noch im Schichtdienst, wird die Kinderbetreuung zur Zerreißprobe. "Es wäre doch schön, wenn Oma und Opa helfen könnten", kommen damals erste Heimkehrgedanken auf.

Andreas Garbotz informiert sich zunächst über die großen Jobportale und schaltet die Familie ein, die in der Tageszeitung nach Stellenangeboten Ausschau hält. Durch Zufall stößt er auch auf die Willkommensseite der Arbeitsagentur für Rückkehrwillige. Er registriert sich und bekommt schon zwei, drei Tage später einen Rückruf. Zunächst zieht sich die Suche jedoch in die Länge, dann geht es Schlag auf Schlag. Die junge Familie - jetzt mit Sohn Niklas schon zu viert - ist im August 2015 übers Wochenende zu Besuch in Schönborn. Das Handy von Andreas Garbotz klingelt. Am anderen Ende heißt es: "Ich hätte da eine Stelle für Sie bei der Steuerberatungsgesellschaft Ruhland."

Arbeitsvertrag, Kindergarten und Krippe, Wohnung, Umzug - Familie Garbotz wagt den Neuanfang. Ehefrau Stephanie findet innerhalb einer Woche Arbeit in der Fontana-Klinik Bad Liebenwerda. "Es passt alles, wir bereuen den Schritt nicht", sagt An-dreas Garbotz. Für ihn war die Entscheidung zur Rückkehr nicht nur abhängig vom Gehalt. In die Waagschale wirft er gleichermaßen die deutlich geringeren Lebenshaltungskosten, die sichere Kinderbetreuung und den familiären Zusammenhalt in der Heimat. "Wenn man das aufwiegt, ist der Gehaltsverzicht das geringere Übel", ist er überzeugt. Nach den ersten vier Wochen im neuen Job bereut er die Rückkehr jedenfalls keine Sekunde. "Unser Zusammenfinden war ein glücklicher Zufall", bestätigt auch Büroleiter Peter Faust.

Zum Thema:
114 Rückkehrer werden derzeit von der Agentur für Arbeit Cottbus betreut. 56 Heimkehrer konnten bisher vermittelt werden. Im Bereich der Agentur für Arbeit Cottbus gab es im Jahr 2013 18 Rückkehrer, 2014 waren es schon 56. In den ersten drei Monaten diesen Jahres hat es zehn Menschen in die alte Heimat zurückgezogen. Ansprechpartner in der Geschäftsstelle Senftenberg der Agentur für Arbeit ist Daniel Saupe. Er kümmert sich ausschließlich um Rückkehrer. Telefonisch kann er unter 03573 808104 kontaktiert werden. Im Internet: www.cottbus.willkommen@arbeitsagentur.de