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Frage 3 an die Bürgermeisterkandidaten in Schipkau
Wie wollen sie die Wirtschaft ankurbeln?

Mehr als 400 Briefwähler haben bereits ihre Stimme abgegeben, wer in den nächsten acht Jahren auf dem Chefsessel der Großgemeinde Platz nehmen soll.  Komplett ist inzwischen auch die  rund 50 Mann starke Wahlhelfer-Mannschaft. Wahllokale gibt es am Sonntag in jedem Ortsteil, in Schipkau sogar drei an der Zahl. Das kleinste Wahllokal mit weniger als 200 Wahlberechtigten befindet sich im Ortsteil Drochow.

Klaus Prietzel (CDU):
Handel und Gewerbe sind in der Gemeinde Schipkau weiterhin Chefsache, erster Ansprechpartner soll der Bürgermeister sein. Daneben leisten wir uns in der Gemeindeverwaltung weiterhin eine eigene Wirtschaftsförderung. Diese hält Kontakt mit den großen und kleinen gewerblichen Partnern, sorgt für Zusammenarbeit miteinander und nimmt manchen Gang zu Behörden ab. Wir stellen Gewerbebetriebe in unserem Internetauftritt vor und beteiligen uns an Messen und Ausstellungen, wie zum Beispiel  bei der Ausbildungsmesse. Steuern und Hebesätze sollen stabil bleiben. Wir bemühen uns darum, passende Gewerbeimmobilien bereitzuhalten. Dienstleistungsunternehmen werden unterstützt. Ziel ist ein immer dichter werdendes unternehmerisches Netzwerk, eigene Wertschöpfung und wirtschaftliche Kreisläufe in unserem Gemeindegebiet.

Steffen Fiebig (parteilos):
Dies ist meiner Meinung nach eine Frage für den Wirtschaftsförderer.Vielmehr Kopfzerbrechen macht mir, wenn ich an Schule, Kindergarten und Hort denke. Einfach alles zu klein. Es müssen Neubauten her – so schnell wie möglich. Mein Bürgerbüro ist seit Jahren Hort. Der Kegelbillardverein hat auch einen Raum an die Kinder abgegeben. Dies ist keine Dauerlösung.

Ingo Hubatsch (AfD):
Wichtig ist zunächst, die Steuer- und Abgabenlast für die Unternehmen so gering wie möglich zu halten, denn die Belastung für kleine und  mittelständische Unternehmen ist wie überall in Deutschland sehr hoch. Die kommunale Selbstversorgung mit Energie und die kommunale Versorgung mit Grundmedien wie Wasser, Abwasser sowie Müllentsorgung  statt durch Privatisierung und Outsourcing wäre ein Schritt in die richtige Richtung, um auch ortsansässige Unternehmen zu fördern. Dasselbe gilt für die Vergabe von Aufträgen, welche zunächst die ansässigen Unternehmen und Angebote berücksichtigen sollte. Auch der Ausbau des Breitbandnetzes ist unabdingbar, um unsere Unternehmen wettbewerbsfähiger und fit für die Zukunft zu machen.

Sven Irrgang (SPD):
Die Stelle der Wirtschaftsförderung in der Verwaltung ist die Errungenschaft intensiver Bemühungen der SPD bei den damaligen Verantwortungsträgern. Fachkundig und neutral besetzt kann dieser Bereich durchaus Anker für alle Gewerbetreibenden und vor allem Bindeglied zur Verwaltung sein. Die inhaltliche und die personelle Ausgestaltung werde ich überprüfen. In Bezug auf die harten und weichen Standortfaktoren wird es an uns liegen, in angepassten Strukturen alles zu tun, um unseren Gewerbetreibenden optimale Bedingungen zu bieten, intensiv um Neuansiedlungen zu werben und diese aktiv zu begleiten. Das ist für mich Verpflichtung. Dabei möchte ich einen engen Dialog zwischen Verwaltung, Gewerbetreibenden und den politischen Gremien aber auch zu den Nachbarkommunen anregen, etablieren und leben.

Ringo Jünigk (Linke):
Als Befürworter der Gemeinwohl-Ökonomie halte ich nicht viel von Konkurrenz, denn durch Konkurrenz können – wie beim Lotto – immer nur wenige aber nicht alle gewinnen. Ich setze auf Kooperation! So würde ich die Gründung eines Wirtschaftsbeirats initiieren und die Bildung von Konsortien vorschlagen. Durch Gespräche mit Vertretern des RWK Westlausitz, des Zweckverbands Lausitzer Seenland, der LMBV u. a. weiß ich, dass mehr aus dem Gemeindestandort rauszuholen ist als sich Bürgermeister und Wirtschaftsförderer bislang vorstellen können. Ein Bürgermeister muss gemeinDEschaftlich Ideen entwickeln und umsetzen! Eine Machbarkeitsstudie „Schipkauer Kippenbalkon“ in Auftrag zu geben sowie das Erstellen einer wirtschaftlichen Bedarfsanalyse wären zwei weitere Maßnahmen.

Cornelia Müller (parteilos):
Unsere Gewerbetreibenden verstehe ich als Mitglieder der Gemeinde, die mit ihrem breiten Leistungsspektrum und den Beschäftigungsmöglichkeiten in besonderer Weise für die Lebensqualität und Attraktivität der Gemeinde wirken. Ihre positive Entwicklung ist für die Gemeinschaft unerlässlich. Dabei setze ich auf eine verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit, Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit sowie bei Fördermöglichkeiten.

Beim Thema Fachkräftemangel sehe ich eine besondere Verantwortung der Gemeinde. Zunächst ist für die jungen Leute ein attraktives Lebensumfeld wichtig. Was uns aber vor allen Dingen vom Leben in den Städten unterscheidet, sind  Identifikation mit dem Ort und Gemeinschaftssinn. Für solche Projekte möchte ich mich einsetzen, damit die Jugend hier bleibt.