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| 15:00 Uhr

Prävention
Wie Nilpferde Kinder vor Mobbing schützen können

  Polizeihauptkommissarin Sandy Feige zeigt den Kindern das Spiel.
Polizeihauptkommissarin Sandy Feige zeigt den Kindern das Spiel. FOTO: Peter Aswendt
Guteborn. Polizei informiert mit Brettspiel über Cybermobbing. Guteborner Grundschüler durften das Spiel testen. Von Peter Aswendt

Beleidigungen und Bedrohungen von Kindern untereinander passieren längst nicht mehr nur auf dem Schulhof, sondern haben den Weg ins Internet gefunden. Wie sich die Kids vor Cybermobbing schützen können, soll spielerisch mit dem neuen Brettspiel „Free Hip“ gelernt werden.

Aufmerksam hören die Schüler der sechsten Klasse der Grundschule in Guteborn Sandy Feige von der Präventionsstelle der Polizei in Senftenberg zu, als sie am Montag von den vielen Möglichkeiten der kriminellen Handlungen im Internet erzählt. Von Beleidigungen, illegaler Software oder Knacken von Software, alles Möglichkeiten, mit denen bereits die 11- und 12-jährigen Mädchen und Jungen in Berührung kommen können. „Wir haben in der Klasse eine 100-prozentige Handyabdeckung“, bestätigt die Klassenlehrerin Jordis Heymann. Natürlich will niemand den technischen Fortschritt verteufeln, aber die Sensibilität kann nicht früh genug geweckt werden, im Umgang mit Passwörtern und persönlichen Daten, da sind sich alle Beteiligten einig.

Drei Unterrichtsstunden hatte die Präventionsspezialistin für die Kids eingeplant, um auch Tipps und Tricks zu verraten, wie ein Passwort sicher sein kann oder wie man sich verhält, wenn man vom Mobbing oder sogar vom Grooming (sexuelle Übergriffe Erwachsener im Netz) betroffen ist. Ein Film, der eine einfache Situation zweier Freundinnen zeigt, die in einem Mobbingdesaster an einer Schule endet, zeigt, wie schnell ein paar unwichtig erscheinende Bilder und Sprüche im Internet Menschen zu Mobbingopfer werden lassen. Die anschließende Diskussion zeigte in erstaunlicher Weise, wie ernst die Sechstklässler dieses Thema nehmen. Damit nicht nur geredet wird und eine gewisse Nachhaltigkeit bei den Kindern in puncto Sensibilität im Umgang mit dem Internet entsteht, wurde an der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg ein spielerischer Ansatz entwickelt.

An der Grundschule Guteborn fand jetzt die Premiere des Brettspiels „Free Hip“ im Landkreis Oberspreewald-Lausitz statt. Bei dem klassischen Brettspiel gibt es einen Spielleiter und Mitspieler, die Fragen zu dem Thema Internet und Cybermobbing beantworten müssen. Mittels Würfel und farbigen Karten werden die einzelnen Mitspieler zu Aktivitäten aufgefordert. Ist der Spielleiter zufrieden mit der Antwort, darf sich der Gefragte einige Positionen auf dem Spielebrett vorwärts bewegen. „Das Spiel ist für Kinder ab acht Jahre geeignet“, erzählt Sandy Feige. „Nur der Spielleiter sollte ein Erwachsener sein“, fügt sie hinzu. Dazu bietet die Präventionsstelle der Polizeiinspektion in Senftenberg gerne Hilfe an: „Die Schulen können sich jederzeit an uns wenden und wir kommen in die Schulklasse“, macht die Hauptkommissarin das Angebot.

Bei den Mädchen und Jungen der sechsten Klasse wurde das Thema sehr ernst genommen: „Ich bin oft auf YouTube oder in Chats unterwegs“, erzählt Justin Lange (12). Er selbst hat auch schon in diversen Chats Erfahrungen mit Mobbing gemach: „Ich habe aber diese Bereiche gleich für immer verlassen“, zeigt er sich selbstbewusst. Dass Fotos, die vor Jahren im Internet gelandet sind, viel später für Ärger sorgen können, weiß Maik Kettlitz von der Pressestelle der Polizei in Cottbus: „Wir haben auf unserer Facebook-Seite einen solchen Fall, natürlich unter Beachtung des Datenschutzes, veröffentlicht. Unachtsamkeit im Jugendalter kann einen bis zur Berufswahl in die jetzige Zeit verfolgen“, stellt er klar. Für alle Schulen, die sich für dieses Präventionsspiel interessieren, nimmt die Polizeihauptkommissarin Sandy Feige, unter ihrer E-Mail sandy.feige@polizei.brandenburg.de, Anfragen entgegen.

 Polizeihauptkommissarin Sandy Feige zeigt den Kindern die ersten Schritte im Spiel.
Polizeihauptkommissarin Sandy Feige zeigt den Kindern die ersten Schritte im Spiel. FOTO: Peter Aswendt