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| 16:00 Uhr

Unfallfrei durch den Winter
Von O bis O mit Reifen, Decke und Co.

Mario Exner wechselt zur Hauptsaison, beginnend im Oktober, bis zu 30 Winterreifen-Sets pro Tag in seinem Senftenberger Reifenservice.
Mario Exner wechselt zur Hauptsaison, beginnend im Oktober, bis zu 30 Winterreifen-Sets pro Tag in seinem Senftenberger Reifenservice. FOTO: Josephine Japke / LR
Senftenberg. Häufigste Unfallursachen im Winter: unangepasste Fahrweise, schlechte Wartung und Ausrüstung. Von Josephine Japke

„Wer jetzt noch keine Winterreifen drauf hat, ist selbst schuld, wenn etwas passiert“, stellt Mario Exner vom Reifendienst Exner mit einiger Überzeugung fest. Denn die Faustregel in sämtlichen Autohäusern und Reifendiensten lautet: Von O bis O. „Das heißt, dass man auf der sicheren Seite ist, wenn man von Oktober bis Ostern mit Winterreifen fährt. In dem Zeitraum kann es immer zu rutschigen Fahrbahnen und Glätte kommen“, erklärt er weiter.

Beim Reifendienst Exner in Senf­tenberg wechseln seine Kollegen und er zu Hochzeiten 30 Reifensätze am Tag. Zwar nicht ganz so viele sind es bei Auto-Schultz in Senftenberg. Trotzdem weiß Mitarbeiter Manuel Keppner am Ende des Tages, was er geleistet hat. „In diesem Jahr hat sich der Reifenwechsel in die Länge gezogen, weil es so lange mild blieb. Aber dann kamen plötzlich alle auf einmal“, stellt er fest. Bis zu zwei Wochen mussten seine Kunden auf einen Termin warten.

„Das Problem ist aber die Rechtsprechung. Denn wer im Winter mit Sommerreifen einen Unfall baut, kriegt immer eine Teilschuld“, erklärt Manuel Keppner. Für ihn ein weiteres Indiz dafür, lieber rechtzeitig einen Termin im Autohaus des Vertrauens zu vereinbaren, statt bis auf den ersten Frost zu warten. Dass es tatsächlich einige Waghalsige gibt, die bis zur ersten Glätte warten, bestätigt wiederum Mario Exner. „Die letzten kommen kurz vor Weihnachten, manche sogar noch später, je nachdem, wann der erste Schnee fällt“, erklärt er und schüttelt dabei missbilligend den Kopf.

Uneinigkeit herrscht nach wie vor über die beliebten Allwetter-Reifen. „Für berufstätige Pendler, die viel fahren müssen, sind die eher nicht geeignet. Ältere Personen, die nur wenige kurze Strecken im Jahr fahren, können auf sie gut und gerne zurückgreifen“, erklärt Manuel Keppner. Zurückzuführen ist das auf das weiche Material der Reifen, weshalb sie sich schneller abnutzen und ihr rutschfestes Profil verlieren. Mario Exner hingegen sagt, dass in unserem hiesigen Flachland Allwetter-Reifen ausreichend sind. „Sie zählen versicherungstechnisch nicht umsonst zu den Winterreifen“, sagt er.

Abgesehen von den Reifen, kommt es allerdings noch auf andere Sachen an, um gut und sicher durch den Winter zu kommen, weiß auch Polizeisprecher Torsten Wendt. „Neben der unangepassten Fahrweise auf glatten und überfrorenen Straßen, die immer noch eine Hauptursache winterlicher Verkehrsunfälle ist, bildet unzureichende Ausrüstung und Wartung eine der Hauptunfallursachen im Winter“, erklärt er und rät weiter: „Vermeiden Sie abruptes Bremsen, schlagartige Lenkbewegungen und Geschwindigkeiten, bei denen ein sicheres Beherrschen des Fahrzeuges nicht mehr gegeben ist.“

Richtig gewartet sein muss beispielsweise die Scheibenwaschanlage. „Diese sollte immer gut gefüllt sein, da dreckiges Spritzwasser auf den Fahrbahnen die Scheiben schnell und oft verschmutzen“, so Mario Exner. Aber Achtung: Wichtig ist die richtige Wintermischung für die Scheibenwaschanlage. „Es sollte bestenfalls eine Wintermischung bis minus 25 Grad Celsius sein. Außerdem darf der Wasseranteil nicht so hoch sein, sonst platzen die Leitungen, sobald die Flüssigkeit friert“, erklärt Homer Leipnitz vom Autohaus Jacobi und Richter in Senftenberg.

Mario Exner hat noch weitere Tipps parat: „Eine Decke zum Darunterlegen oder eine kleine Tupperdose mit Sand können das Anfahren auf spiegelglatten Straßen wirklich erleichtern. Außerdem sind ein voller Tank und eine aufgeladene Batterie immer wichtig, denn gerade jetzt passieren viele Unfälle, wegen denen man auch mal im Stau steht. Um den Motor und die Heizung in der Kälte laufen zu lassen, sollte der Tank voll sein.“ Wer weder Decke noch Sand parat hat, kann auch auf die Fußmatten zurückgreifen. „Die sind in der Anschaffung aber teurer als die beiden anderen Varianten“, sagt Exner lachend.