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Wetterbilanz Oktober 2017
Die Sonne macht sich rar im stürmischen Lausitzer Herbst

Auch im Lindenauer Park haben die Herbststürme Bäume entwurzelt.
Auch im Lindenauer Park haben die Herbststürme Bäume entwurzelt. FOTO: Renate Kupfer
Lindenau. Windböen bis Tempo 85 sind im Süden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises gemessen worden. Von Rudolf Kupfer

Der Oktober hat sich mit schweren Herbststürmen angekündigt und verabschiedet. An den Messstellen in Großräschen, Hörlitz, Schipkau und Großkoschen sind Windgeschwindigkeiten bis 85 Kilometer pro Stunde gemessen worden. Das entspricht der Windstärke 9. „Wir hatten sogar in Böen mindestens Windstärke 10 und mehr“ schätzt Walter Beckmann aus Ortrand angesichts der von den gewaltigen Naturkräften verursachten Schäden ein. 100-jährige Kiefern, Birken, Eichen und andere Bäume wurden abgeknickt und entwurzelt, versperrten Verkehrswege und beschädigten Gebäude.

Für Horst Gärtner in Lauchhammer ist wichtig, dass aus dem verheerenden Orkan  Kyril (2007) und den drei schweren Stürmen in diesem Jahr verstärkt vernünftiges Handeln abgeleitet wird.  In Plänen für Baumpflanzungen seien größere Abstände zu Gebäuden notwendig. An Gefahrenstellen sind Heckenpflanzungen die bessere Lösung. „Sie bereichern die Landschaft und bringen der heimischen Vogelwelt Gewinn“, sagt Gärtner.

Warum traten in diesem Jahr gehäuft dieses starken Stürme auf? Dieser Frage werden die Senftenberger Hobbymeteorologen unterstützt von Experten aus Potsdam auf ihrer 25. Jahrestagung am 28. Dezember in Senftenberg nachgehen. Auch die Messgenauigkeit zur Windstärke wird auf der Jahrestagung zur Diskussion stehen.

Mit den Herbststürmen sind folgende Wetterregeln verbunden: „Im Oktober Sturm und Wind, uns den frühen Winter bringt“ und „Oktoberwind, glaub es mir, verkündet harten Winter dir.“ Ein weiteres Zeichen für den Verlauf des bevorstehenden Winters sieht Ronny Sommer aus Buchwalde in: „Warmer Oktober bringt fürwahr, stets einen kalten Januar und Februar.“

Die Natur konnte beim bisherigen Wetterverlauf mit viel Feuchtigkeit und Wärme noch nicht zur Ruhe kommen. Der Bauernregel: „Ende Oktober Regen, bringt ein fruchtbares Jahr zu wegen“, stimmt Günter Kockro in Großräschen zu. Alle Wintersaaten sind im Landwirtschaftsbetrieb rechtzeitig in den Boden gekommen und gut aufgelaufen.

Information der Wetterfrösche: Ab sofort können Fotos zum Wettbewerb „Lausitzwetter und Natur“ beim Regionalverband Senftenberg des Naturschutzbundes Deutschlands (Nabu) im Umweltbildungszentrum am Tierpark Senftenberg eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 31. Dezember.