Eine bunte Mischung farbenfroher Blütenteppiche und betörende Düfte von Flieder, Azaleen, Weißdorn, Korn- und Mohnblumen begleiteten über einen langen Zeitraum diese beeindruckende Kulisse. Die Reisebeschränkungen und der Ausfall von Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie ermöglichten allen dieses Schauspiel direkt vor der Haustür.
In diesen Wochen herrscht auf den Wander- und Radwegen im Spreewald, im Lausitzer Seenland, im Schraden und anderswo im Landkreis Hochbetrieb. Es gibt ständig wechselnde Bühnenbilder für die, die unterwegs waren.

Extreme Frühjahrestrockenheit in der Lausitz

Diese Entwicklung im Mai ist für die Senftenberger Wetterfrösche umso erstaunlicher, weil sie von einer extremen Frühjahrestrockenheit begleitet wurde. Nur insgesamt 72 Millimeter Niederschlag für das gesamte Frühjahr (März, April, Mai) wurden an der Messstelle in Lindenau gemessen. Das sind nur 50 Prozent der Norm. Diesen Wert hat auch der Deutsche Wetterdienst in Potsdam als Durchschnitt für das Land Brandenburg ermittelt.
Anhaltende Trockenheit Die Lausitz verdorrt

Cottbus

Die gute Verteilung der geringen Niederschläge war für die Entwicklung der Kulturen entscheidend, sagt Günter Kockro aus Großräschen. Die Bestände haben sich erholt, brauchen aber zur weiteren Entwicklung dringend Regen.

Lausitzer Landwirte mit erheblichen Ausfällen

Erhebliche Ausfälle beklagen die Landwirte in der Region beim ersten Schnitt der Wiesen. Die durch die anhaltende Trockenheit geschädigte Grasnarbe braucht dringend Himmelswasser. Obwohl die Eisheiligen mit leichten Nachtfrösten Triebe vom Wein, Walnüssen und anderen frostempfindlichen Pflanzen schädigten, war der insgesamt zu kühle Mai vorteilhaft für die Vegetation, so die Einschätzung von Roland Nicklisch aus Tettau.
Die damit verbundene lange Blühphase der Obstbäume und Ziergehölze erfreute in diesem Frühjahr nicht nur die Betrachter, sondern davon profitierten insbesondere Bienen und Insekten. Zurzeit stehen die Robinien in voller Blüte, in denen das Summen der Bienen unüberhörbar ist. Die Lindenblüte wird in den nächsten Tagen folgen, all das lässt die Imker auf eine gute Honigernte hoffen.

Hoffnung auf nassen Sommer in Oberspreewald-Lausitz

Positiv bewertet Dr. Alexander Haußmann aus Hörlitz, dass es im Mai keine Hitzeperiode und Unwetter gab. Von der Wetterregel: „Auf trockenen Mai folgt ein dürres Jahr“ hält er nichts. „Ist der Frühling trocken, gibt es einen nassen Sommer“ wäre gut, um das enorme Niederschlagsdefizit auszugleichen. Das passt allerdings nicht in die Urlaubszeit. Nur gut, so seine Meinung, das Wettergeschehen ist kein Wunschkonzert und hält zu allen Zeiten manche Überraschung bereit.

Mai-Sonne scheint 226 Stunden


Diese Mai-Daten stammen von der Messstation Michael Wesnigk aus Klettwitz:

Niederschlag: 39 Millimeter (Norm: 57 mm)

Wärmster Tag: am 10. Mai mit 25 Grad

Tiefste Nachttemperatur: am 13. Mai mit Minus 1,5 Grad (dreimal gab es Nachtfrost)

Sonnenscheindauer: 226 Stunden (das sind 66 Stunden weniger als im April)

Gewitter: eins über Klettwitz, zwei in der Nähe, kein Sturm.