| 22:33 Uhr

Frage 1 an die Landratskandidaten
Wer ist „hundert Prozent Landrat“?

Senftenberg. Drei Männer – drei Kandidaten: Die Chancen, dass Sie Landrat werden, stehen bei 33 Prozent. Warum sollen möglichst 100 Prozent der Einwohner das Kreuz hinter Ihren Namen setzen?

Siegurd Heinze (parteilos):


Ich bin 1961 in Lauchhammer-Ost geboren, hier zur Schule gegangen, eine Lehre (Elektromonteur) absolviert, habe studiert und 15 Jahre im Bergbau gearbeitet. Seit 1990 bin ich kommunalpolitisch engagiert, zuerst ehrenamtlich, seit 1990 hauptamtlich als Amtsdirektor, Bürgermeister und zuletzt seit mehr als 8 Jahren Landrat. Ich kenne unseren Landkreis mit all seinen Problemen, Risiken, Herausforderungen aber auch Chancen detailliert. Mit den Städten und Gemeinden arbeite ich zusammen, die Bürgermeister und Amtsdirektoren sind mir bestens bekannt. Viele Unternehmen aus dem Landkreis kenne ich von Unternehmensbesuchen, habe ein „Ohr“ für die Wirtschaft und weiß um die Herausforderungen der Zukunft. Gemeinsam mit vielen Akteuren möchte ich weiter die Zukunft unseres Landkreises gestalten.

Matthias Mnich (Linke):

Ich möchte gar nicht, dass möglichst 100 % der Einwohner mich wählen. Dann würde wohl irgendetwas nicht stimmen. Ich möchte aber möglichst viele Menschen davon überzeugen, dass es eine soziale Alternative zum ideenlosen Verwalten des Landkreises gibt. Ich möchte zu einer Kommunalpolitik des Mitmachens einladen. Ich werde den Landkreis nicht einfach nur verwalten, sondern gestalten. Das kann ich nicht allein. Ich werde die Mitarbeiter der Kreisverwaltung und alle Aktiven im Landkreis zum Dialog und zum Wettstreit der Ideen auffordern. Als Landrat sehe ich mich nicht nur als oberster Kommunalbeamter, sondern als Sprachrohr aller Bürgermeister und Amtsdirektoren, Feuerwehrleute, Vereinsmitglieder, ehrenamtlichen Fußballtrainer, Schülersprecher und Seniorenvertreter, Willkommensinitiativen und Heimatvereine.

Sven Schröder (AfD):

Die Frage stellt sich umgekehrt. Angesichts der Versäumnisse bzw. ungenutzten Chancen der letzten Jahrzehnte und der festgefahrenen Denkstrukturen ist jetzt die Zeit für flexibles, zukunftsorientiertes Denken überreif. Die nach langen Jahren der Verwaltungstätigkeit einsetzende Betriebsblindheit ist bei mir nicht gegeben. Ich schaue eher von außen auf die Herausforderungen und erkenne Chancen und Lösungsansätze deutlicher. Für mich zählen Expertenmeinungen mehr als Sätze wie: „Das geht sowieso nicht. Das haben wir schon immer so gemacht. Wir haben genug eigene Fachleute in der Verwaltung. Usw…“ Fazit: Warum also das Starre und Alte erneut wählen?

Morgen antworten die Kandidaten auf die Frage:
Der OSL-Kreis altert, und Sie mit. Was tun Sie, um OSL unter diesem Aspekt zukunftsfähig zu machen?