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| 15:22 Uhr

Wenn in 30 Jahren der Badspiegel mit uns spricht

Senftenberg. Schon nach wenigen Minuten Vorlesung an der Hochschule Lausitz steht fest: Auch in 30 Jahren wird es keine fliegenden Autos geben. Das findet der zwölfjährige Jonas Pfeiffer aus Senftenberg zwar schade, ist aber ansonsten schwer begeistert von dem wissenschaftlichen Ausflug in die Zukunft.



Prof. Dr. Daniela Döring hat die Professur für Systemtechnik an der Hochschule Lausitz inne - und sie beschäftigt sich intensiv mit zukünftigen Entwicklungen. Deshalb lud sie den begabten Nachwuchs ab der 7. Klasse zur Science Academy in den fast voll besetzten Hörsaal ein, sich auf eine Zeitreise in das Jahr 2040 zu begeben.

Einige Trends sind heute schon sichtbar, erfahren die Schüler: Zunächst nennt die Professorin den demografischen Wandel. Im Jahr 2040 werden in Deutschland nur noch etwa 76 Millionen Menschen leben. 2080 werden es dann noch 40 Millionen sein.

Allerdings - so macht Prof. Dr. Daniela Döring die Aussichten auf mächtig viel Platz im Lande noch ein wenig schöner - werden wir auch immer älter. Die Lebenserwartung von Kindern, die im Jahr 2010 geboren wurden, liegt schon nach heutigen Berechnungen bei durchschnittlichen 100 Jahren für Mädchen und 95 Jahren bei Jungen. Im Jahr 1845 lag sie gerade einmal bei 45 Jahren.

Möglich wird ein längeres Leben auch durch eine immer perfektere medizinische Versorgung. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Medizin der Zukunft mehr und mehr von kleinen, kompakten Geräten und Einheiten bestimmt werden wird, die zu Hause von den Menschen ohne ärztliche Hilfe genutzt werden können.

So sei es nicht unrealistisch, dass - verbunden mit einem intelligenten Wohnraum - die Gesundheit praktisch dauerüberwacht sein wird. Der Blick in den Badezimmerspiegel zeige nicht nur das eigene Gesicht, sondern der Nutzer erhalte auch interaktive Tipps zum richtigen Zähneputzen. Intelligente Kleidung misst Herz- und sonstige Werte - und übermittelt im Notfall nicht nur das gesundheitliche Problem, sondern gleich noch den Standort an den ärztlichen Notdienst.

Mit dieser Rundumüberwachung - so die Fiktion - sei auch der Zugriff der Krankenkassen auf die Daten möglich. Vorstellbar, so zeigt es Prof. Dr. Daniela Döring in einer ZDF-Dokumentation, sei aber auch, dass bei ungesundem Lebenswandel eine Meldung an die Kassen erfolge - mit Folgen für die Beitragshöhe.

Intelligente Roboter werden die Hausarbeit erledigen und auf Zuruf arbeiten. Schon jetzt sind solche elektronischen Helfer entwickelt. Diese sind aber noch nicht für jeden Haushalt erschwinglich, denn 150 000 Dollar kostet die elektronische Haushaltshilfe mit Köpfchen.

Die gegenwärtige Entwicklung zeige, dass es in 30 Jahren theoretisch möglich sein müsste, vollautomatisch im Auto sein Ziel zu erreichen. "Per Sprachsteuerung gebt ihr dann euer Ziel ein - und das Auto fährt euch dorthin. Die Autos werden miteinander kommunizieren, sich beispielsweise über Baustellen oder Staus gegenseitig informieren und entsprechend eine andere Route wählen", zeichnet Dr. Daniela Döring ein entspanntes Bild vom Sonntagsausflug in 30 Jahren.

Fliegende Autos hingegen werde es wohl nicht geben, wenn man davon ausgeht, dass auch 2040 noch alle Naturgesetze gelten. "Zum Fliegen braucht man Auftrieb - also Flügel oder Propeller - das haben Autos nicht", sagt Professor Dr. Harald Lesch, den Dr. Daniela Döring per Video in die Vorlesung holt. jaw1