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| 18:39 Uhr

Wenn ein technischer Defekt Granulat entzündet

Einsatzübung der Wehren aus Schwarzheide, Schipkau und Ruhland und der BASF bei der Alfred-Talke-Niederlassung im Gewerbegebiet Schwarzheide.
Einsatzübung der Wehren aus Schwarzheide, Schipkau und Ruhland und der BASF bei der Alfred-Talke-Niederlassung im Gewerbegebiet Schwarzheide. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Schwarzheide. Die Schwarzheider Feuerwehr und Kameraden der Werksfeuerwehr der BASF haben am Freitagmittag bei der Alfred-Talke-Niederlassung im Schwarzheider Gewerbegebiet den Ernstfall geprobt. Mirko Sattler

"Durch einen technischen Defekt ist das in der Halle gelagerte Kunststoffgranulat in Brand geraten, so wurde angenommen", sagte Tino Hamann. Er hat die Einsatzübung geplant. Der aufsteigende Rauch löste den Rauchmelder und schließlich die Brandmeldeanlage aus.

Den anrückenden Kameraden bot sich ein Szenarium aus dichtem Rauch und einem Verletzten, den Thorsten Noack mimte. "Für mich ist es das erste Mal, dass ich einen Verletzten spiele. Ich möchte mich aber nicht im Spiegel betrachten. Zum Glück ist die Schminke wasserlöslich", sagte der 42-jährige Logistikmitarbeiter.

Um die Schwierigkeit dieser Einsatzübung zu erhöhen, versteckten Tino Hamann und seine Helfer im Innern der etwa 1800 Quadratmeter großen, mit Disconebel verqualmten Halle noch einen Dummy.

Schon nach einer Minute erhielten die Schwarzheider den Alarm von der Leitstelle auf ihre Pieper. "Schnell wurde dem Einsatzleiter klar, dass weitere Kräfte von Nöten sind. Durch die Alarmerhöhung in Brand-Sonderobjekt wurden diesmal noch Schipkau und Ruhland als zweiter Abmarsch alarmiert. Wir wollen überprüfen, ob unsere Alarm- und Ausrückeordnung greift und ob die Löschwasserversorgung für Brandbekämpfung und Schutz umliegender Gebäude ausreichend ist", sagte der stellvertretende Stadtwehrführer Tino Hamann.

Während die Schwarzheider Wehren für die Brandbekämpfung zuständig waren, wurden die Schipkauer und die Ruhlander gerufen, um ein Übergreifen des angenommenen Feuers auf danebenstehende Lagerhallen zu verhindern. Neben der fiktiven Brandbekämpfung wurde gleichzeitig die reelle Löschwasserversorgung mittels vollem Arbeitsdruck geübt.

Kreisbrandmeister Ingo Worreschk merkte an: "Es ist sehr wichtig das solche Übungen durchgeführt werden. Wir haben hier viel chemische Industrie, die bei einem Brand schwarze Rauchwolken und enorme Temperaturen verursachen. Bei dieser Übung hätte ich das Tor viel früher aufgemacht, um einerseits die Halle schon zu belüften und anderseits die Kameraden sich nicht durch die schmale Öffnung zwängen müssen."

Die Alfred Talke Gmbh betreibt in Schwarzheide zwei Standorte, innerhalb der BASF und im Gewerbegebiet. Auf der 27 000 Quadratmeter großen Fläche stehen insgesamt fünf Lagerhallen mit 1800 und 2600 Quadratmetern Nutzfläche. "Bei uns werden technische Kunststoffe gelagert und umgeschlagen. Normal sind es harmlose Güter. Bis solch ein Stoff brennt, dauert es schon eine Weile", sagte Niederlassungsleiter Joachim Nitzsche. Für ihn ist es wichtig, das solch eine Übung durchgeführt wird.

Am Ende war Einsatzplaner Tino Hamann mit der Übung der etwa 50 Kameraden mit zwölf Fahrzeugen zu frieden. "Die Schwarzheider Wehren hatten eine akzeptable Anfahrtszeit und im Ernstfall müssen wir sofort die Alarmstufe erhöhen, damit weitere Kräfte aus dem Landkreis herangezogen werden können", sagte Hamann.