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Frage 2 an die Bürgermeisterkandidaten in Schipkau
Welche Aufgaben bringt der neue Lausitzring?

Rund 5800 wahlberechtigte Einwohner der Gemeinde Schipkau sind zur Wahl des nächsten Bürgermeisters aufgerufen. Die Kandidaten stellen sich hier der Frage: Die neue Zukunft des Lausitzrings liegt in den Händen der Dekra. Welche Aufgaben sehen Sie damit auf die Gemeinde zukommen?

Klaus Prietzel (CDU):
Der vollzogene Verkauf des Lausitzrings an die Dekra bringt Veränderungen, neue Chancen und Möglichkeiten mit sich. Wir haben es nun mit einem großen, namhaften Partner zu tun, der in einer der wichtigsten Zukunftsbrachen, der Mobilität von morgen, tätig ist. dekra kündigte an, bisherige Veranstaltungen fortzusetzen und neue Ideen zu verwirklichen. Zugleich soll die Rennstrecke modernisiert und weiter komplettiert werden. Wir unterstützen Dekra gern bei der Lösung der vielfältigen Aufgaben und sichern dabei zugleich positive Effekte für unser Gemeindegebiet. Dazu schlug ich Dekra gemeinsame Beratungen vor, die seither regelmäßig stattfinden. Dabei geht es um Ansiedlungsfragen, notwendige Anträge sowie Tipps und Ratschläge, die wir auf ganz kurzem Wege austauschen, um voran zu kommen.

Steffen Fiebig (parteilos):
Wenn die Zukunft des Lausitzrings in den Händen der Dekra liegt, kann doch die Gemeinde beziehungsweise der Bürgermeister nicht sagen, wo es lang geht. Wenn Interesse besteht, dann sollte man ins Gespräch kommen, um Möglichkeiten, Visionen und Ideen zu erfassen und auch möglichst umzusetzen. Das Seenland explosiert förmlich, die Gemeinde Schipkau liegt nebenan und mittendrin der Lausitzring. Solche Chancen sollten genutzt werden für ein noch schöneres Schipkau.

Ingo Hubatsch (AfD):
Zwischen der Dekra und der Gemeinde muss es zu engen Kooperationen kommen und vorhandene müssen ausgebaut werden. Die  Standortvorteile auch zu nutzen, um vermehrt Investoren und Unternehmen nach Schipkau zu holen und vorhandene zu halten, muss durch einen unkomplizierten Umgang mit diesen seitens der Gemeinde begleitet  werden.

Um detailliert auf diese Frage eingehen zu können, sollte ich mir allerdings erst einen Überblick über die aktuelle Sachlage verschaffen können, alles andere wäre Spekulation, was nicht in meinem Sinne liegt. Ich denke und hoffe, allen Beteiligten ist klar, dass dieses Projekt ein Erfolg für die Region werden muss.

Sven Irrgang (SPD):
Den Lausitzring nun in sicheren Händen und somit zukunftsfähig zu wissen, ist eine tolle Sache. Mit 12 für 2018 angekündigten Zuschauerveranstaltungen, der Weiterführung der Bladenight und einer Vielzahl von Trainingsangeboten zeigt die Dekra, dass sie gewillt ist, den Ring weiterhin auch touristisch offen zu halten. Dafür müssen wir auch langfristig alles tun. Allerdings ergeben sich mit der Schließung der Ostumfahrung auch die ersten Einschnitte. Hier brauchen wir vor allem für die Radfahrer Alternativen. Die Dekra darf darauf zählen, dass die Gemeinde zukünftig ein verlässlicher Partner in allen Ordnungs- und Genehmigungsangelegenheiten ist. Ziel muss ein enges Miteinander und ein Vermitteln beiderseitiger Interessen sein, ohne die Menschen und Vereine vor Ort aus den Augen zu verlieren.

Ringo Jünigk (Linke):
Ich durfte Dekra-Chef Noeske persönlich kennen lernen. Mein Eindruck: Ein charismatischer Chef, der äußerst offen für Gespräche ist und seine Arbeit hier vor Ort sehr mag. Bei einer BVMW-Veranstaltung antwortete er auf die Frage, was er verändern würde, wenn er von heute auf morgen ein Brandenburger Minister wäre: „Die Bildungspolitik dahingehend, dass Kinder praxisnäher lernen.“ Ich war positiv überrascht wie nachhaltig beeindruckt, denn dieser Mann blickt über den Dekra-Tellerrand hinaus. Ich bin mir sicher, dass die Dekra vom Kauf des Lausitzrings genauso profitieren wird wie die Bürger der Gemeinde, wenn ein Bürgermeister es versteht, die Bedarfe und Angebote bezüglich Gastronomie, Übernachtung und Veranstaltungsmöglichkeiten gemeinsam mit der Dekra (...) auszubauen. Das ist mein Plan (...).

Cornelia Müller (parteilos):
Durch die Dekra hat die Gemeinde Schipkau ein Unternehmen auf Gemeindegebiet, das an der Umsetzung der Megatrends der gesellschaftlichen Entwicklung – Automatisierung und Vernetzung- mitwirkt. Ich finde das grandios. Es bietet sich uns die Chance, mit ganz neuen Gedankenwelten in Kontakt zu kommen. Aus dieser Chance können möglicherweise noch ganz neue Aufgaben in der Zukunft erwachsen.Im Moment steht jedoch an erster Stelle, die Dekra beim Aufbau ihres Geschäftes hinsichtlich der behördlichen Genehmigungen sowie der infrastrukturellen Bedingungen aktiv zu begleiten. Dazu gilt es eine ausgezeichnete Gesprächskultur und eine verlässliche und  vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Dekra und Gemeinde aufzubauen.