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Weitergeben, was mir geschenkt wurde

"Na, dem hab' ich's aber gegeben!" Kennen wir das nicht alle? Im Privatleben. Im Umgang mit Mitmenschen. In der Politik. Ja, selbst in der Kirche, bei den "frommen" Leuten trifft man diese Haltung an. Der Andere ist doch nicht "mehr" als ich. Nicht nur Worte sollen den Mitmenschen verletzen, sondern es geht bis ins Körperliche. Krieg und Terror sind dann der Gipfel.

Im Islam gibt es leider häufig diese Einstellung, obwohl doch Allah in jeder Sure immer als der Gnädige und Barmherzige beschrieben wird.

Aber auch wir Christen kennen das aus unserer Geschichte. Wir feiern 500 Jahre Reformation. Aber wie sind wir miteinander in der Vergangenheit umgegangen? Die Konfessionen haben sich doch durch 500 Jahre hindurch nicht gegenseitig akzeptiert! Schlimm. Aber es gibt doch jetzt eine erfreuliche Nachricht. Man scheint auch in den Konfessionen Konsequenzen aus der Bibel zu ziehen. Der Apostel Paulus schreibt an die Korinther in seinem ersten Brief, Kapitel 13: Ich habe gelernt, umzudenken! Bisher dachte ich so, wie alle anderen Menschen auch, aber jetzt habe ich begriffen, dass nicht ich im Mittelpunkt stehe, sondern die Kraft, die alle Menschen liebt, und die wir Gott nennen. ER liebt mich. ER hat mir mein Leben geschenkt und Menschen, die mich bisher begleitet haben. Ich bin doch nicht von mir selbst so, wie ich bin, sondern die Liebe hat mich beschenkt. Durch Liebe bin ich, was ich bin. Daher kann ich dann getrost etwas davon weitergeben. "Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese Drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen." Also kann ich doch getrost etwas abgeben; denn "willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Menschen Glück; denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück!" Das ist Glaube. Das ist Hoffnung. Das ist Liebe. Gott wirkt durch mich!