| 09:55 Uhr

Bergheider See
Weiter tüfteln an Zukunftshaus

Im Hafenbecken am Bergheider See projiziert Ulrich Potthoff vom Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden auf seinem Handy-Display ein digitales computergeneriertes Modell des Autartec-Hauses in die reale Umgebung.
Im Hafenbecken am Bergheider See projiziert Ulrich Potthoff vom Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden auf seinem Handy-Display ein digitales computergeneriertes Modell des Autartec-Hauses in die reale Umgebung. FOTO: Gabi Böttcher / Dassault Systèmes
Lauchhammer/Lichterfeld. Ende August 2018 soll die Wärmespeicher-Technologie auf der Basis von Zeolith Bestandteil des innovativen schwimmenden Hauses sein, das auf dem Bergheider See ankert. Gabi Böttcher

Noch zeigte sich der Speicher in dieser Woche in einer engen Hallen-Nische auf dem Unternehmensgelände der ifn Anwenderzentrum GmbH in Lauchhammer eher unscheinbar. In einer Fachkonferenz mit allen 15 am Bundesforschungsprojekt autartec® beteiligten Partnern ist das Haus am Mittwoch zunächst virtuell in Betrieb genommen worden.

Für den Gastgeber - die ifn Anwenderzentrum GmbH - zeigte sich Geschäftsführer Manfred Lanzke zufrieden mit den bislang entwickelten technischen Lösungen, die auf dem schwimmenden Haus präsentiert werden sollen. Unter dem Motto "Zukunftstechnologie alltagstauglich machen" steckten die autartec®-Bündnispartner den erreichten Arbeitsstand ab. Kernkomponente ist ein saisonaler Wärmespeicher, der eine deutlich bessere Speicherdichte als bisherige Lösungen erreicht. Prof. Günter Mügge von der BTU Cottbus-Senftenberg stellte diese Speichertechnologie am Mittwoch in Lauchhammer vor. Die autarke Versorgung von Gebäuden durch Nutzung kostenfreier thermischer Energie aus der Sonne und deren Speicherung bis in die Wintermonate hinein ist die Herausforderung.

Auf dem ifn-Gelände wurden aber auch weitere Komponenten gezeigt, die ab 2018 am schwimmenden Haus zu sehen sein werden. Dazu zählen neue Baustoffe, deren Montage an Außenwänden mittels neuartiger Kleber und Dichtungsmittel funktioniert.

"Es ist für Mittelständler nicht einfach, solche Projekte zu stemmen. Aber wir sind natürlich daran interessiert, neue Produkte zu entwickeln. Die räumliche Nähe zum Bergheider See ist günstig für die Vermarktung der Produkte", so Manfred Lanzke. Mit fast 100 Teilnehmern aus Forschung und Wirtschaft wertete er die Bestandsaufnahme in Sachen autartec®-Haus als erfolgreich.

Dr. Ulrich Potthoff, Sprecher des beim Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI Dresden angesiedelten Forschungsprojektes am Ende der Tagung: "Neue wärmetechnisch optimierte Baustoffe, strukturintegrierte elektrische Speicher oder Langzeitwärmespeicher auf Zeolithbasis werden ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen. Viele der Versorgungstechnologien werden sich im zukünftigen schwimmenden FreiLichtHaus wiederfinden."

Dass sich aus diesem Projekt heraus nachhaltige neue Arbeitsplätze in der Lausitz entwickeln können, ist für Gottfried Richter, Amtsdirektor des Amtes Kleine Elster, das A und O des gesamten Unternehmens autartec®-Haus. Er scharrt schon mit den Füßen, dass es am Bergheider See schnell öffentlichkeitswirksam wird.

Was unscheinbar aussieht, soll viel bringen: Ein saisonaler Wärmespeicher auf Zeolith-Basis, hier gezeigt von Dr. Hubertus Domschke, Dr. Ulrich Potthoff, Manfred Lanzke und Dr. Hannes Richter (vorn v.l.).
Was unscheinbar aussieht, soll viel bringen: Ein saisonaler Wärmespeicher auf Zeolith-Basis, hier gezeigt von Dr. Hubertus Domschke, Dr. Ulrich Potthoff, Manfred Lanzke und Dr. Hannes Richter (vorn v.l.). FOTO: Gabi Böttcher