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Weit mehr als jeder Zehnte ist sportlich in einem Verein organisiert

Der neue Vorstand des Kreissportbundes Oberspreewald-Lausitz (v. l.): Simone de Las Casas dos Santos, Schatzmeisterin (Corona Neupetershain); Axel Kopsch, stellvertretender Vorsitzender für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit (TSG Lübbenau); Frank Zelder, Leiter Sportjugend; Reiner Czubowicz, Vorsitzender (Gorden, FSV Lauchhammer); Heidrun Lukas, Vorstandsmitglied für Aus- und Weiterbildung sowie Frauenbeauftragte (SV Senftenberg); Dr. Konrad Wilhelm, Vorstandsmitglied für Sportstätten (Lauchhammer); Roland Melke, stellvertretender Vorsitzender für Breiten- und Wettkampfsport (SV Großräschen). Nicht auf dem Foto: Grit Klug, Vorstandsmitglied für Recht, Soziales und Steuern (TSG Lübbenau).
Der neue Vorstand des Kreissportbundes Oberspreewald-Lausitz (v. l.): Simone de Las Casas dos Santos, Schatzmeisterin (Corona Neupetershain); Axel Kopsch, stellvertretender Vorsitzender für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit (TSG Lübbenau); Frank Zelder, Leiter Sportjugend; Reiner Czubowicz, Vorsitzender (Gorden, FSV Lauchhammer); Heidrun Lukas, Vorstandsmitglied für Aus- und Weiterbildung sowie Frauenbeauftragte (SV Senftenberg); Dr. Konrad Wilhelm, Vorstandsmitglied für Sportstätten (Lauchhammer); Roland Melke, stellvertretender Vorsitzender für Breiten- und Wettkampfsport (SV Großräschen). Nicht auf dem Foto: Grit Klug, Vorstandsmitglied für Recht, Soziales und Steuern (TSG Lübbenau). FOTO: Grit Klug, Vorstandsmitglied für Recht, Soziales und Steuern (TSG Lübbenau). Fotos: Manfred Feller
Klettwitz. Der organisierte Sport ist im Landkreis Oberspreewald-Lausitz nach wie vor die größte Interessengemeinschaft. Auch darüber hinaus fiel der Rückblick beim 5. Sporttag des Kreissportbundes in Klettwitz positiv aus. Manfred Feller

Obwohl immer weniger Einwohner im Landkreis leben, der Kreissportbund (KSB) hält seine Mitgliederzahl relativ stabil. Dieses positive Fazit konnte der alte und neue Vorsitzende Reiner Czubowicz (70) beim 5. Sporttag in Klettwitz ziehen. In den 163 angehörigen Vereinen waren im Berichtsjahr 2014 mehr als 14 500 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer organisiert. Dies entspreche in etwa 13 Prozent der Einwohnerzahl des Landkreises. 2014 beging der KSB sein 20-jähriges Bestehen.

Besonders wichtig ist dem von den Vereinsdelegierten einstimmig gewählten Vorstand, dass das Ehrenamt noch mehr gewürdigt wird. Stichwort: Übungsleiterpauschale. Das Geld dafür ist im Haushalt des Landkreises eingestellt. Es fehle aber die Genehmigung des Planes durch das Land. Gebe es diese, würden die lizenzierten Übungsleiter seit 2008 erstmalig wieder eine finanzielle Anerkennung erhalten. Darüber hinaus gewähre der Landkreis finanzielle Hilfen für den Sport.

Nach Angaben von Finanzdezernent Wilfried Brödno seien die 45 000 Euro vom Kreis für den Sportbund eine feste Größe. Auch dank des hundertfachen ehrenamtlichen Engagements sei der KSB "gut, sicher und stabil aufgestellt". Ein wichtiges Sportthema in Gegenwart und Zukunft sei die noch bessere Integration von Behinderten, Zuwanderern und Asylbewerbern.

Reiner Czubowicz hebt hierbei die landesweit anerkannte Arbeit des SV Sedlitz hervor. Auch andere Vereine wollen Angebote für Asylbewerber unterbreiten.

Der Sport leistet laut Reiner Czubowicz bereits eine umfangreiche soziale Arbeit. In den Vereinen werden immerhin 6000 Kinder und Jugendliche betreut. Darunter sind 42 Prozent der Schulpflichtigen bis 18 Jahre. "Mit dieser Zahl liegen wir landesweit im Spitzenfeld", resümiert der Vorsitzende. "Jeder Euro, der an den Sport geht, ist ein gut angelegter Euro."

Damit der Nachwuchs für den Sport begeistert wird, gebe es vielfältige Aktivitäten: Schnuppertage und Kooperationen zwischen Kitas, Schulen und Vereinen, Sportarbeitsgemeinschaften und die landesweite Kita-Olympiade "Immer in Bewegung mit Fritzi". Hier gehe es auch darum, Bewegungsdefizite bei den Kleinsten zu erkennen und abzubauen. Aus der anfänglichen Skepsis sei Begeisterung geworden. 2014 nahmen 18 Kitas mit 555 Kindern teil. Die Kita-Olympiade fand bzw. findet dieses Jahr in Missen, Lübbenau, Vetschau, Calau, Senftenberg, Ruhland, Ortrand, Lauchhammer und Großräschen statt. Für die Schüler werden die Kinder- und Jugendsportspiele angeboten.

Stolz ist der KSB auf die im vorigen Jahr eingefahrenen Erfolge. Es gebe Weltmeister im Kraftdreikampf, Jugend-Europameister im Karate, deutsche Meister im Sumo sowie Landessieger in Einzel- und Mannschaftssportarten.

Der organisierte Sport widmet sich auch einem brisanten Thema: der Kindeswohlgefährdung. 2014 hatte die Mitgliederversammlung des Landessportbundes eine Erklärung zum Kinder- und Jugendschutz verabschiedet. Demnach setzen sich die Vereine über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus "aktiv für den Schutz vor Gefahren, Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch" ein. "Außerdem wird empfohlen, von allen haupt- und nebenberuflichen Mitarbeitern, die in ihrer Tätigkeit Kontakt zu Minderjährigen haben, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis einzufordern und dieses regelmäßig aktualisieren zu lassen", heißt es weiter.

Ein weiteres großes Thema ist der Erhalt der Sportstätten. Ab 2015 reiche der Landessportbund etwa 100 000 Euro für den Landkreis aus. Die beantragte Fördersumme aus den Vereinen betrage schon jetzt fast 2,4 Millionen Euro. Im gleichen Atemzug werden die Vereine davor gewarnt, sich zu hoch zu verschulden.