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| 02:44 Uhr

WeinWobar vom Großräschener See einzigartig

Auf den Erfolg: Cornelia und Andreas Wobar genießen Wein gern mit interessierten Gästen.
Auf den Erfolg: Cornelia und Andreas Wobar genießen Wein gern mit interessierten Gästen. FOTO: str1
Großräschen. WeinWobar vom Großräschener See hat den Pro Agro Marketingpreis 2017 in der Kategorie Ernährungswirtschaft abgeräumt. Der Winzer kredenzt mit den feinen und von Experten hoch gelobten jungen Weinen vom steilsten Weinberg im Land Brandenburg über die reine Gaumenfreude hinaus vor allem das Erlebnis Wein; mit ganz persönlicher und ausgesprochen regionaler Note. Kathleen Weser

Schon fünf Jahre nach dem Aufreben des Großrä schener Weinberges in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft erobern die noch sehr jungen Weine von Winzer Andreas Wobar in bemerkenswertem Tempo den Markt. Dem weichen Rotwein, dem Pinotin aus dem Holzfass, bescheinigen ausgewiesene Experten, er lasse nicht vermuten, dass die Trauben so weit nördlich gewachsen sind. Auch das Urteil über die Geschmacksproben der weißen Weine, des Solaris und des Cabernet Blanc, ist ausgezeichnet.

Dass neben dem Genuss auch die Heimat des Weines im Lausitzer Seenland sofort zu erkennen ist und erlebbar wird, ist der Winzerfamilie über die Qualität hinaus ein Herzensbedürfnis. Doch den regionalen Bezug auf die Etiketten zu bekommen, ist eine schwere Geburt gewesen. Strenge Vorschriften für Flaschenetiketten von Wein, die unter das Lebensmittelrecht fallen, haben die Großräschener stark gefordert. Die Aufschrift "vom Großräschener See" direkt unter den Rebsortennamen Solaris und Pinotin ist nicht erlaubt. Denn sie könnte mit einer Lage verwechselt werden. Die gibt es weinrechtlich in Brandenburg bei neu zugeteilten Rebrechten zwar nicht, bleibt aber trotzdem unzulässig. Und das ist letztlich gut so. Denn mit der neuen Idee, den regionalen Bezug zum Großräschener See in das Firmenlogo zu integrieren, haben die Winzerfamilie und der Cottbuser Gebrauchsgrafiker Uwe Knauth einen Volltreffer gelandet. Die Wort-Bild-Marke "WeinWobar vom Großräschener See" mit dem prägnanten Konterfei von Winzer Andreas Wobar über dem Schriftzug ist bisher einzigartig bei neu eingeführten regionalen Weinen. Vom bescheidenen Weinbauern selbst zunächst mit äußerster Skepsis aufgenommen, haben Ehefrau Cornelia Wobar und die beiden Töchter die Überzeugungsarbeit geleistet. "Da musst du jetzt durch", zitiert Cornelia Wobar lachend das abschließende schlagende Argument des starken Frauentrios. Und Andreas Wobar kann Gesicht zeigen: Sein Konterfei auf jeder Flasche steht für nunmehr schon vier Spitzenweine, die im Lausitzer Seenland auch identitätsstiftend wirken. Dass der Weinbau, der vor dem Braunkohlenbergbau in der Lausitz weit verbreitet war, in so hoher Qualität wiederbelebt wird, macht stolz. Neben dem hart erarbeiteten wirtschaftlichen Erfolg im Landwirtschaftsbetrieb bekommt auch die touristische Entwicklung im Lausitzer Seenland weiter Fahrt.

Partner in Gastronomie und Hotellerie wissen die Großräschener Weine zu schätzen, die ausschließlich aus Großräschener Trauben gekeltert werden. Das Weinrecht ließe 15 Prozent zugekaufte Früchte zu. WeinWobar arbeitet daran, die Weine vom Großräschener See auch im Premiumsegment zu platzieren - und ist auf dem besten Weg dahin. Neben Spezialmärkten mit regionalen Produkten, die den Wein schon gelistet haben, hat nun auch ein Schweizer Weinmagazin um Geschmacksproben gebeten.

Die reine Gaumenfreude und die Weinkultur zum Erlebnis am Großräschener See zu verknüpfen, dafür will die Winzerfamilie auf der Grünen Woche am Gemeinschaftsstand des Landkreises Oberspreewald-Lausitz vor allem werben. "Wir wollen nicht vordergründig neue Absatzmärkte erschließen, sondern die Menschen dazu einladen, unsere Region zu besuchen und unseren Wein hier zu erleben", sagt Cornelia Wobar. Vom Genuss mit Blick auf den Weinberg und den Großräschener See über Rebschnittseminare für Hobbywinzer, die Brandenburger Landpartie, das Federweißerfest und Weinbergführungen bis zur Integration in buchbare touristische Angebote ist das möglich.