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| 09:48 Uhr

Wort zu Weihnachten
Weihnachten braucht und gibt Mut: für Vertrauen

Semftenberg. In „Weihnachten“ steckt die Nacht; und nachts ist die Welt irgendwie anders.

Vermutlich ist es kein Zufall, dass der wichtigste Teil der Weihnachtsgeschichte sich nachts abspielt: die Geburt Jesu. Wie auch der Stern, der den Weg zur Geburtsstätte wies, nur in der Dunkelheit Orientierung gab. Gott nutzt wohl auch deshalb Nacht, um Menschen zu begegnen. Einzelnen Menschen und den vielen. In der Nacht kommt Gottes Sohn in die Welt. In der Nacht gibt Gott eindrucksvolle Zeichen, sichtbare und unsichtbare.Und Gott ist ein Meister der Zeichen, auch zu Weihnachten: Statt sozusagen ein Feuerwerk seiner Möglichkeiten abzubrennen, wählt Gott ein natürliches und jeden Tag vielfach vorkommendes Wunder: Die Geburt eines Kindes. Und genau das ist die Pointe der Weihnachtsgeschichte: Dass die Geburt eines Kindes immer und überall ein Wunder ist und bleibt, so schwierig die Bedingungen im Einzelfall auch sein mögen, unter denen dieses im Wortsinne ‚wunderbare‘ Zeichen Gottes gegeben und empfangen wird. In Kindern zeigt Gott uns, dass wir vertrauen können, wenn wir es wagen - aber auch nur dann. Zuversicht will Dunkelheit nicht bestreiten, sondern in ihr ein Licht entzünden.

Mit dem Licht entzünden ist es wie mit dem Schmücken des Weihnachtsbaums: Es macht besonders viel Freude, wenn wir es für andere tun. Vielleicht laden Sie jemanden aus der Nachbarschaft ein, den Sie noch nicht so gut kennen oder von dem Sie wissen, dass er oder sie sonst das ganze Fest alleine verbrächte. Ob er oder sie das überhaupt möchte? Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl. Immer wenn Vertrauen gewagt wird, ist Weihnachten in uns - und Gott.

Dorothee Michler,
Pfarrerin in Döbern-Land