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| 14:53 Uhr

Industriedenkmal in Senftenberg
Wasserwerk Buchwalde wird saniert

 Die Filterhalle des Wasserwerks in Buchwalde mit zerstörtem Fußboden und nur noch einem von zwei Filtertanks. Ursprünglich waren es 15.
Die Filterhalle des Wasserwerks in Buchwalde mit zerstörtem Fußboden und nur noch einem von zwei Filtertanks. Ursprünglich waren es 15. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Senftenberg. Das alte Wasserwerk in Senftenberg-Buchwalde soll saniert werden. Für die Eigentümer stellt die Renovierung eine Herausforderung für eine neue Nutzung dar. Denn das Ensemble kostet richtig viel Geld. Von Daniel Roßbach

„Projekte wie die Sanierung eines Wasserwerkes gehören eigentlich nicht zu unserem Kerngeschäft“, gibt Thomas Schulz zu. Trotzdem sind er und seine Partner nun in ein solches Vohaben involviert.

Schulz ist einer der Geschäftsführer des Unternehmens TNT Neue Energien und Mit-Eigentümer des alten Wasserwerkes Buchwalde. Die Idee, dieses Ensemble dennoch zu kaufen, kam Thomas Schulz und seinem Geschäftspartner Tom Hoffmann vor sieben Jahren über geschäftliche Beziehungen zu den vorigen Eigentümern um den Immobilienmakler Heiko Klemann.

Wasserwerk Buchwalde ist ein Industriedenkmal

 Thomas Schulz, seit 2012 einer der Eigentümer des alten Wasserwerkes in Senftenberg-Buchwalde.
Thomas Schulz, seit 2012 einer der Eigentümer des alten Wasserwerkes in Senftenberg-Buchwalde. FOTO: LR / Daniel Roßbach

Das Gelände des ehemaligen Werkes an der Bundesstraße 96 unweit des Senftenberger Wohngebietes Buchwalde ist 6,8 Hektar groß. Es umfasst unter anderem eine Filterhalle, ein Pumpenhaus und diverse kleinere Gebäude.

Nach der Wende wurde das Wasserwerk zunächst nur noch geringfügig genutzt. Inzwischen technisch völlig überaltert wurde es im Jahr 2004 außer Betrieb gesetzt und vom Wasserverband Lausitz (WAL) 2007 in einer Ausschreibung verkauft, wie Sprecher Ulf Riska sagt. Seit dem Jahr 2008 wird es vom Landesamt für Denkmalpflege als Industriedenkmal geführt.

Neue Eigentümer für das Wasserwerk Buchwalde

Genau einhundert Jahre, nachdem der Bau des Wasserwerks begann, kauften 2012 die Dresdner Geschäftsleute Schulz und Hoffmann das Areal. Es gehört nun ihrer Gesellschaft Bluerea GmbH & Co. KG.

Die beiden Unternehmer sind mit ihrer Firma TNT Neue Energien eigentlich im Bereich erneuerbarer Energien aktiv. Das Unternehmen baut und betreibt Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden. Mit derartigen Projekten sind Schulz und Hoffmann auch schon in der Lausitz aktiv. „Wir betreiben unter anderem Photovoltaik-Anlagen in Spremberg und in Forst“, sagt Schulz.

Das Unterfangen, das Gelände des Wasserwerks zu sanieren und einem neuen Zweck zuzuführen, bringt einige Herausforderungen mit sich.

Über öffentliche Stromleitungen wird das Areal nur mit Mittelspannung versorgt, die vor Ort verlustreich umgewandelt werden muss. Während das Gelände im letzten Jahr an eine Erdgasleitung angeschlossen wurde und so mittels eines Blockheizkraftwerkes mit Wärme versorgt wird, befindet sich eine Anbindung an die Abwasserleitungen noch in Planung.

Neue Nutzung des Wasserwerks Buchwalde

Vor allem die großen Gebäude des alten Wasserwerks stellen angesichts des hohen Aufwands, den ihre Sanierung mit sich bringt, eine Herausforderung für eine neue Nutzung dar. Aus der hohen Filterhalle sind seit der Aufgabe des Werks 13 der 15 Filtertürme verschwunden. „Wir vermuten, dass diese von Altmetalldieben gestohlen wurden“, sagt Schulz. Davon kündet demnach auch der zerstörte Fußboden der Halle.

Ist sie einmal wieder benutzbar, kann Schulz sich vorstellen, dass die Halle zur Lagerung und Instandhaltung von Booten oder Wohnmobilen dienen könnte: „So ganz klar ist das aber noch nicht.“ Um für potenzielle Partner brauchbar zu werden, soll die Halle ein neues Tor bekommen und so vom Betonplatz auf ihrer Rückseite her befahrbar werden.

„Keine größeren Probleme“ mit dem Denkmalschutz

Zur Umsetzung dieser Pläne bedarf es aber einer Einigung mit den Denkmalschutzbehörden, die darauf bestehen, eine der verbleibenden Filteranlagen zu erhalten.

Die Denkmalschützer wollen Umbauten der Anlage aber nicht kategorisch im Weg stehen: „Nutzungsbedingte Änderungen sind durchaus möglich, solange der Charakter des in dieser Form seltenen Ensembles gewahrt bleibt“, sagt Dr. Matthias Baxmann, der beim Landesamt für Denkmalschutz für Technik- und Industriedenkmalpflege zuständig ist, auf Nachfrage. Der Experte sieht insgesamt „aktuell keine größeren Probleme für den Denkmalschutz bei der Sanierung des Areals.“

Genutzt werden schon jetzt Teile des Geländes. Bereits seit mehreren Jahren werden die Wohnungen, die einst für die Belegschaft des Werkes gebaut wurden, vermietet. Doch auch manche der Wohngebäude weisen noch großen Sanierungsbedarf aus.

In einigen der Lagerräume des Werkes befinden sich Garagen und Werkstätten. Der Betreiber eines Kanals über Autopflege auf der Plattform Youtube dreht in einer von ihnen seine Videos. Die Absetzbecken der Enteisenungskaskade dienen aktuell der Zucht von Koi-Zierkarpfen und anderen Fischen.

Wasserwerk Buchwalde: Suche nach Partnern

Für den Großteil der Gebäude und Flächen suchen die Eigentümer aber noch nach Partnern zur Bewirtschaftung des Geländes. Den Investitionsbedarf, um das Wasserwerk dafür präsentabel zu machen, schätzt Schulz auf mehr als eine halbe Million Euro.

„Wie gut handhabbar diese Investition ist, ist eine Frage, der wir uns täglich stellen. Fakt ist: Vorerst kostet das Objekt vor allem richtig viel Geld. Wenn sich das rechnet, dann sehr langfristig.“

Dafür sieht Schulz zwei Bedingungen: Erstens müsse das ehemalige Werksgelände in einen attraktiven Zustand gebracht werden. Und zweitens sei man auf eine positive Entwicklung angewiesen, um für eventuelle Nutzungen des Geländes ein Publikum zu finden.

 Mehr Bilder von der Sanierung gibt es hier.