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| 18:14 Uhr

Wasserweg vom Spreetaler zum Sabrodter See fertig

Der noch namenlose touristische Wasserweg vom Spreetaler zum Sabrodter See (Überleiter 1) ist baulich fertiggestellt.
Der noch namenlose touristische Wasserweg vom Spreetaler zum Sabrodter See (Überleiter 1) ist baulich fertiggestellt. FOTO: Peter Radke/LMBV
Bergen/Spreetal. Der letzte große Wasserweg des Lausitzer Seenlandes ist baulich fertig und funktionstüchtig. Das bestätigen Gerd Richter von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und Michael Sachs, Geschäftsführer der SGL Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft Lauchhammer. Auch kostenseitig ist mit einer Gesamtinvestition von 23 Millionen Euro eine Punktlandung gelungen. Kathleen Weser

Mit 2750 Metern ist die schiffbare Verbindung zwischen dem höchstgelegenen Spreetaler See der neuen Lausitzer Seenkette und dem Sabrodter See die längste. Mit fünf Metern Hubhöhe werden Boote und Fahrgastschiffe hier auch den gewaltigsten Höhenunterschied zwischen zwei Nachbarseen überwinden. Noch ist der schiffbare Kanal namenlos und wird unter dem bergtechnischen Arbeitstitel Überleiter 1 geführt. Freie Fahrt gibt's erst, wenn die inneren Kanäle der neuen Seenplatte errichtet sind. Die noch ausstehenden Mini-Wasserwege vom Sabrodter See zum Blunoer Südsee (Überleiter 3), vom Blunoer Südsee zum Neuwieser See (3 a) und vom Neuwieser See zum Bergener See (5) stehen in den nächsten zwei Jahren auf dem Bauplan in Sachsen. Die Böschungen des Sabrodter Sees, der dem gegenwärtigen Flutungsplan zufolge im Jahr 2016 über den Oberen Landgraben mit Neißewasser und den Spreetaler See vollgelaufen sein soll (104 Meter über Normalnull, derzeit 99,6), nehmen die Sanierer jetzt weiter in Angriff. Der Spreetaler See hat bereits einen Wasserstand von 106,6 Metern über Normallnull erreicht und liegt damit nur noch 40 Zentimeter unter der Mindesteinstauhöhe. Maximal darf der Wasserspiegel auf 108 Meter über Normalnull ansteigen.

Im Bett des nagelneuen Kanals steht das Wasser aus Richtung Spreetal damit schon an. Die Schleusenkammer ist noch trocken, hat die Funktionsprobe aber schon überstanden. Mit Bravour, bestätigen Gerd Richter und SG-Chef Michael Sachs.

Das Lausitzer Bauunternehmen arbeitet im klassischen Tief-, Straßen- und Landschaftsbau und ist in der Bergbaufolgelandschaft unter anderem auch an der Schipkauer Hochkippe im Rütteleinsatz. Der neue, sichere Trenndamm im Heide-Restloch 6 zwischen Lauta und Hosena wird ebenfalls von der Firma gebaut. Für das Errichten der Ingenieurbauwerke, eine Brücke und die Schleuse, im längsten Wasserweg der Seenkette hat die SGL eine erfolgreiche Arbeitsgemeinschaft mit dem Unternehmen Schachtbau Neuhausen gebildet. Für die Spezialisten ist die Großbaustelle damit fachlich "ein ganz normales Geschäft" gewesen. SGL-Geschäftsführer Michael Sachs sagt aber auch, dass der Überleiter 1 trotzdem auch ein besonderes Werk für die Bauleute und das Bauunternehmen ist. Denn: Hier bleibt der Wandel der Bergbaufolgelandschaft zum touristisch nutzbaren Lausitzer Seenland für jedermann sichtbar. "Wir sind hauptsächlich im Tiefbau tätig. Dort sind gewöhnlich die meiste Arbeit und der größte Ärger am Bau - und das am Ende überhaupt nicht mehr zu sehen", bestätigt Michael Sachs. Etwa 1,2 Millionen Kubikmeter Erde haben die Bauleute, die Zweidrittel des Kanalbetts sowie Brücke und Schleuse errichtet haben, für den neuen Wasserweg bewegt. Etwa 200 000 Tonnen Schüttgut und 300 000 Tonnen Wasserbausteine wurden angeliefert und verbaut. Der strenge und lange Winter um die Jahreswende 2012 und das Sommerhochwasser des vergangenen Jahres haben die Arbeitsgemeinschaft gebremst. Zwar waren die auch ergiebigen Niederschläge in der Lausitz kein Problem, aber die Lkw der Fuhrunternehmen sind zum Transport von Schüttgut für den Dammbau ins sächsische Flutgebiet beordert worden. "Wir haben in ganz Deutschland nach noch verfügbaren Lkw und Fahrern gesucht", erzählt Michael Sachs auch vom nicht alltäglichen Wahnsinn auf der Großbaustelle.

Zum Thema:
Der Überleiter 1 des Lausitzer Seenlandes verbindet den Spreetaler mit dem Sabrodter See. Der Kanal ist mit 2750 Metern der längste der neuen Seenplatte. Er wird zudem von einer 34 Meter langen Brücke überspannt. Die Schleuse ist mit einer Kammerlänge von 29,50 Metern und einer Breite von sechs Metern so groß wie die Wasserfahrzeug-Hebewerke des Koschener Kanals und des Überleiters 8 vom Partwitzer zum Neuwieser See - aber mit der Fallhöhe von fünf Metern die tiefste. Denn der Spreetaler See ist der höchstgelegene der Seenkette (maximaler Wasserstand 108 Meter NN).Der Nachbar Sabrodter See bekommt eine Mindesteinstauhöhe bei 103 Metern über Normalnull. Auf der Großbaustelle des Überleiters 1 haben laut SGL an Spitzen-Arbeitstagen 80 bis 90 Leute gearbeitet. Die Restarbeiten an den Außenanlagen der Schleuse und die Begrünung der Kanalböschungen sollen bis Jahresende abgeschlossen werden. Technisch fertig ausgerüstet wird die Schleuse erst vor Inbetriebnahme - zeitgleich mit der des Überleiters 6.