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| 21:45 Uhr

Abgesicherter Badespaß am See
Vollzeitsaison bei der Wasserwacht

 Die Wasserwachtler Melanie Nowka, Paul-Moritz und Vanessa Kühne (alle drei sind Rettungsschwimmer) sowie Bootsführer Thomas Pötzsch (v.l.) fahren ihre tägliche Kontrollrunde auf dem Senftenberger See.
Die Wasserwachtler Melanie Nowka, Paul-Moritz und Vanessa Kühne (alle drei sind Rettungsschwimmer) sowie Bootsführer Thomas Pötzsch (v.l.) fahren ihre tägliche Kontrollrunde auf dem Senftenberger See. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Großkoschen. Ehrenamtler sorgen für ungetrübtes Badevergnügen am Senftenberger See. Kontrollgänge, Bootsbergungen und Sanitätsdienste sind Ferienalltag für die Helfer. Von Peter Aswendt

Seit dem 1. Juli ist die Wasserwachtstation am Großkoschener Strand des Senftenberger Sees täglich besetzt. Das Besondere daran ist, dass es alles Ehrenamtler sind, die für die Sicherheit der Urlauber sorgen.

Täglich von 10 bis 18 Uhr versehen die Mitglieder der Senftenberger Wasserwacht ihren Dienst am Großkoschener Strand. Zwischen fünf und acht Mann oder Frau stark ist die Besatzung täglich. „Wir fangen schon am 15. Mai mit unserem Dienst an, aber bis 30. Juni sind wir nur an den Wochenenden im Einsatz. In der Hauptferienzeit von Brandenburg und Sachsen sind wir dann täglich im Einsatz“, beschreibt Lisa Wildemann (28), Leiterin der Wasserwacht, die Einsatzzeiten. Bis zum 31. August geht die tägliche Bereitschaft der Wasserwächter, danach sind die Ehrenamtler noch bis 15. September an den Wochenenden in der Großkoschener Sta­tion im Einsatz.

Die Senftenberger Wasserwacht, die zum Deutschen Roten Kreuz (DRK) gehört, hat knapp 210 Mitglieder. Davon sind erstaunliche 160 Mitglieder Kinder und Jugendliche. „Über Nachwuchs brauchen wir uns erst mal nicht beschweren“, so die Chefin der Wasserwacht. „Natürlich haben wir, wie alle Vereine, das Problem, dass viele Jugendliche aus Arbeits- oder Studiengründen weggehen“, zeigt sie trotzdem einen Bedarf an Mitgliedern auf. Dazu kommt, dass der Dienst auf dem Boot oder in der Station mit den beruflichen Belangen der Mitglieder im Einklang sein muss. Denn schließlich ist die Wasserwacht eine ehrenamtliche Tätigkeit. „Wir haben Mitglieder, die aus Thiendorf oder Calau zum Dienst kommen, da muss der Einsatz mit dem Job und der Familie schon gut abgestimmt sein“, weiß Lisa Wildemann, die selbst gerade ihre Masterarbeit in der Wasserwirtschaft an der Hochschule in Magdeburg schreibt. Dazu kommt, dass man 18 Jahre alt sein muss, um den Dienst versehen zu können. „Man kann zwar den Rettungsschwimmer in Bronze schon mit 15 Jahren erlangen, aber man darf keine Einsätze machen“, beschreibt sie das Dilemma.

 Lisa Wildemann ist seit Dezember vergangenen Jahres Leiterin der Senftenberger Wasserwacht des DRK.
Lisa Wildemann ist seit Dezember vergangenen Jahres Leiterin der Senftenberger Wasserwacht des DRK. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT

Dass der Schwimmunterricht in den Schulen und auch bei vielen Eltern vernachlässigt wird, ist kein Geheimnis. „Vielleicht ist auch das ein Grund, warum Eltern ihre Kinder bei uns anmelden“, so die Vermutung von Lisa Wildemann. Und tatsächlich können Kids in Senftenberg das Schwimmen bei der Wasserwacht erlernen: „Wir haben zwei Trainingsgruppen, die Senftenberger macht auch Schwimmunterricht, wobei die Gruppe in Lauchhammer sich mehr auf die Rettungsschwimmerausbildung oder Wettkämpfe konzentriert“, erzählt sie. Wenn dann ein Rettungsschwimmer seinen Dienst bei der Senftenberger Wasserwacht aufnimmt, sind die Einsatzgebiete mannigfaltig.

Schon vor der Badesaison wird die Wasserwacht am Großkoschener Strand aktiv: „Wir schnorcheln den Badebereich ab, um Flaschen oder spitze Steine rauszufischen“, beschreibt sie die Arbeiten der Vorsaison. „Auch sind wir immer wieder auf dem gesamten See unterwegs, um Boote abzuschleppen“, sagt sie schmunzelnd.

Auch zu Land sind die Wasserwächter bei Veranstaltungen des Amphitheaters aktiv. Regelmäßige Strandgänge sorgen auch bei den Sonnenbadern für mehr Sicherheit: „Seit dem letzten Sommer haben wir auch größere Trinkwasservorräte dabei, denn nicht alle denken an eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung bei der Hitze. Auch bei sportlichen Veranstaltungen, wie den See-Triathlon oder Segelregatten, ist die Absicherung durch das Personal der Wasserwacht gewährleistet. „Dazu kommt noch, dass wir auch externe Rettungsschwimmer ausbilden, wie zuletzt für das neu eröffnete Freibad in Ortrand“, weiß Lisa Wildemann zu berichten.

Ein paar Tipps für sicheres Baden hat die Leiterin der Wasserwacht natürlich auch parat. „Alle Eltern sollten ihre Kinder nicht aus den Augen lassen und den Blick nicht nur auf ihr Handy haben“, rät Lisa Wildemann. „Auch wenn die Kinder das Seepferdchen haben heißt das, dass sie sich gerade einmal über Wasser halten können, das ist noch kein Schwimmen“, stellt sie klar, denn erst das Schwimmabzeichen in Bronze bedeutet, dass die Kids schwimmen können. Das Einhalten der Badezone ist bei dem Bootsverkehr auch sehr wichtig: „Wir bekommen Funksprüche von der Santa Barbara, dass Schwimmer im Schifffahrtsbereich sind, das ist total unvernünftig und vielleicht lebensbedrohlich“, sagt sie.

Auch appelliert sie an die Bootsführer, die vom Geierswalder See durch den Kanal kommen, ihre Geschwindigkeiten anzupassen: „Die preschen manchmal aus dem Kanal, ohne die Geschwindigkeit zu drosseln“, erzählt sie kopfschüttelnd. Neben dem tödlichen Unfall (Rundschau berichtete), der außerhalb der Dienstzeit der Wasserwacht passierte, sind in dieser Saison bisher nur Kleinigkeiten im sanitätsdienstlichen Bereich zu verzeichnen: „Wir sind gut vorbereitet, denn sicherlich wird noch mal ein Ansturm auf den Strand kommen, wenn jetzt in Sachsen die Ferien begonnen haben“, erklärt Lisa Wildemann. Sie weiß aber, dass sie sich auf ihre Teams im Einsatz verlassen kann und die Badegäste einen unbeschwerten Tag am Großkoschener Strand genießen können.