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| 18:45 Uhr

Bewährungsprobe für Wasserversorger
Wasserverband Lausitz in Alarmstimmung

Die Erweiterung des Wasserwerkes konnte nur mit Verspätung starten.
Die Erweiterung des Wasserwerkes konnte nur mit Verspätung starten. FOTO: WAL-Betrieb / Steffen Rasche
Senftenberg/Tettau. Wegen der anhaltenden Trockenheit ist die Situation bei der Trinkwasserversorgung derzeit eine große Herausforderung.

(red/cw) So etwas hat es seit 20 Jahren nicht mehr gegeben: Mit 41 600 Kubikmetern wurde am 9. Juni ein absoluter Höchstwert bei der Trinkwassereinspeisung in das Versorgungsnetz des Wasserverbandes Lausitz (WAL) registriert. Und am vergangenen Freitag hat sich dieser kritische Höchstwert fast wiederholt, teilt Ulf Riska für den WAL-Betrieb mit. Wegen der anhaltenden Trockenheit wird die Trinkwassereinspeisung zunehmend eine große Herausforderung.
Schon seit Mitte Mai läuft das Wasserwerk Tettau mit circa 24 000 Kubikmetern pro Tag an der Leistungsgrenze. Die Spitzenbedarfsdeckung erfolgt durch die zusätzliche Einspeisung aus dem Wasserwerk Schwarze Pumpe. Hierfür stehen bis zu 12 000 Kubikmeter pro Tag zur Verfügung. Dies hatte bisher auch stets ausgereicht. Große Teile der Lausitz von Lauchhammer im Westen bis Weißwasser im Osten, von Großräschen im Norden bis Radeberg im Süden werden von diesen beiden großen Wasserwerken versorgt.
Dazu kommt mit weit geringerer Kapazität das Wasserwerk in Zeißig in Hoyerswerda. „Als am vergangenen Donnerstag eine große Hauptversorgungsleitung in Hoyerswerda brach, wurde es dramatisch“, teilt Riska mit. Der große Trinkwasserspeicher in Skaska bei Bernsdorf, der Tagesschwankungen für das gesamte Netzgebiet ausgleicht, war am Donnerstag fast leergelaufen. Alarmstimmung beim WAL.

Um die Bewährungsprobe zu bestehen, haben alle Beteiligten über die eigenen Gebietsgrenzen hinweg zusammenwirken müssen, sagt Verbandsvorsteher Dr. Roland Socher. „Und das ist allen Akteuren im LEAG Wasserwerk Schwarze Pumpe, bei den Versorgungsbetrieben Hoyerswerda, bei den Energiewerken Kamenz und selbstverständlich auch bei den Mitarbeitern vom WAL-Betrieb sehr gut gelungen“, erklärte Socher erleichtert, nachdem der Behälterstand in Skaska am Freitagmorgen wieder leicht angestiegen war. „Wenn sich die Wasserabnahme auf dem derzeitigen Niveau stabilisiert, der Wasserbezug von der LEAG aus Schwarze Pumpe in der bisherigen Größenordnung aufrecht erhalten bleibt und das Trinkwassernetz keine erneuten Schwachstellen aufweist, werden keine Einschränkungen auftreten. Kein Rädchen im Getriebe darf ausfallen“, so beschreibt Socher die kritische Situation. „Zu dieser wäre es jedoch nicht gekommen, wenn der Erweiterungsbau des Wasserwerkes Tettau planmäßig am 1.Juli in Betrieb gehen hätte können.“ Weil die Bearbeitungszeit für die Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung für die Grundwasserabsenkung jedoch fünf Monate gedauert habe, sei der Baubeginn 2017 erheblich verzögert worden.

(red/cw)