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Lausitzer Seenland
Der Räschener See ist bald voll

Mitglieder des Traditionsvereins Braunkohle aus Lauchhammer demontieren den blauen IBA-Zaun am Großräschener See. Er hatte die Endwasserlinie des neuen Sees erlebbar gemacht. Die Wanne ist fast voll. Deshalb kann das blaue Band jetzt am Reliktepark am Standort der ehemaligen Kokerei in Lauchhammer-West weiter gute Dienste leisten.
Mitglieder des Traditionsvereins Braunkohle aus Lauchhammer demontieren den blauen IBA-Zaun am Großräschener See. Er hatte die Endwasserlinie des neuen Sees erlebbar gemacht. Die Wanne ist fast voll. Deshalb kann das blaue Band jetzt am Reliktepark am Standort der ehemaligen Kokerei in Lauchhammer-West weiter gute Dienste leisten. FOTO: Mirko Sattler
Großräschen/Lauchhammer. Das „Blaue Band“ hat ausgedient: Der Wasserstand im jüngsten See der Lausitzer Seenkette steigt nach Plan. Um den Jahreswechsel soll Wasser in den neuen Stadthaften schwappen. 

Der legendäre blaue Zaun hat am Großräschener See ausgedient. Die Internationale Bauausstellung (IBA) „Fürst Pückler Land“ hatte die Idee geboren, das Band als Zielmarke des endgültigen Wasserstandes im Tagebaukrater sichtbar zu machen. Von den IBA-Terrassen am neuen Ufer ist das Fluten des jüngsten Sees der Lausitzer Seenkette anhand der Wasser-Hilfslinie in der Bergbaufolgelandschaft zu verfolgen gewesen. Der sonst ziemlich unspektakuläre Maschendrahtzaun hat Symbolkraft entwickelt - und wurde jetzt abgewickelt. Von Mitgliedern des Traditionsvereins Lauchhammer, die mit dem blauen Band jetzt an Land noch ein Zeichen setzen wollen.

Die rührigen ehemaligen Bergleute haben sich einen Teil des Zaunes gesichert, um den Reliktepark alter Zeitzeugnisse des Abbaus der Kohle und der Veredelung des braunen Goldes der Lausitz zu sichern.

Die künstlich markierte Endwasserlinie, das blaue Band, auf der Kippenseite des Sees ist zur Kontrolle überflüssig geworden. Das Wasser des Großräschener Sees steigt spürbar mit jedem Tag der Endlinie entgegen. Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) rechnet damit, dass das Nass um den Jahreswechsel in den neuen Hafen schwappt. Das versprechen auch die aktuellen Prognosen der Flutungsexperten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Im Frühjahr soll die Wanne voll sein. Die Kontrolle ist übrigens mit dem Zaun nicht ganz verloren: Der alte Flutungspegel der IBA steht noch.

Die bergtechnische Gestaltung von Tagebaurestlöchern in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft ist als Teil einer Landschaftsausstellung mit acht Stationen dargestellt worden. Das blaue Band gehörte zum Modul „Das Initial“ auf den IBA-Terrassen.  Hier wurde kompakt über alle Präsentationsstandorte der Bergbausanierung innerhalb des Lausitzer Seenlandes informiert. Mit  der Lichtinstallation am Großräschener See war der Prozess der Flutung dokuentiert worden. Das etwa 500 Meter lange blaue Band hatte bei Dunkelheit für ein schillerndes Lichtspiel ähnlich einer glitzernden Wasseroberfläche gesorgt.

(kw)