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Wassersportler am Bärwalder See brauchen eine Slipanlage

Die imposante Kulisse begeistert die Gäste am Bärwalder See: der Leuchtturm, das Kraftwerk und Segelboote.
Die imposante Kulisse begeistert die Gäste am Bärwalder See: der Leuchtturm, das Kraftwerk und Segelboote. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Klitten. Mit einer ziemlich steifen Brise aus südlicher Richtung ist auf dem Bärwalder See am Wochenende die Wassersportsaison 2015 eingeläutet worden. Insgesamt elf Segelboote haben sich auf Einladung des Wassersportvereins Bärwalder See auf einen Dreieckskurs auf Sachsens größtes Bergbaufolgegewässer begeben. Torsten Richter-Zippack

Darunter befinden sich auch mehrere Gaststarter, beispielsweise Familie Matthiesen aus Radebeul. "Wir haben unser Boot bereits den dritten Sommer im Klittener Hafen", sagt Walter Matthiesen, der mit Tochter Lena auf Kurs gehen will. "Ich halte den Bärwalder See für den schönsten im ganzen Seenland. In Senftenberg sind die Leute etwas komisch, in Geierswalde sorgen die Jetskis für zu viel Lärm, aber hier ist es sehr angenehm. Und dann noch die Silhouette des Kraftwerkes. Hier bleiben keine Wünsche offen", sagt er.

Dass Walter Matthiesen die Kunst des Segels bereits vor 40 Jahren erlernt hat, verwundert nicht wirklich. Schließlich stammt der Radebeuler ursprünglich direkt von der Ostsee, konkret aus Kiel. "Da muss man einfach segeln können." Die Tochter (17) steige bereits seit sieben, acht Jahren ins väterliche Boot. "Vater bringt mir auch die ganze Technik bei", erzählt die junge Frau.

Natürlich ist beim Ansegeln auch Lokalmatador Alfred Stefan an Bord. Der Weißwasseraner segelt schon seit acht Jahren bei den Bärwalder Wassersportlern mit. "Meine Jolle habe ich erst vor zwei Wochen zum See gebracht. Sie ist auf dem eigenen Grundstück gut über den Winter gekommen", merkt er stolz an.

So schön das Segeln im ehemaligen Tagebau Bärwalde auch ist, ein, zwei Wermutstropfen gibt es dennoch: "Schon seit drei Jahren kämpfen wir um eine tatsächlich nutzbare landseitige Slipanlage", bringt Vereinsmitglied Bernd Schneider das Problem auf den Punkt. Mit dem jetzigen Zustand sei die Gefahr gegeben, sich wegen der Löcher und Kanten die Ohren zu brechen. Vereinspräsident Volker Grabarek trägt einen weiteren Wunsch vor: "Wir brauchten ebenso eine Art Treppe hinunter zum Wasser. Jetzt läuft jeder querfeldein herunter, weil es keinen richtigen Weg gibt."

Die Bärwalder Wassersportler zählen aktuell 32 Mitglieder. Mittelfristig wollen sie mit dem Lausitzer Segelclub zusammengehen. Dieser ist vom inzwischen bergrechtlich gesperrten Knappensee ans Klittener Ufer umgezogen. Während des Ansegelns war bereits ein Boot der Umsiedler am Start. Insgesamt liegen in Klitten knapp 100 Boote, davon die Hälfte Segler, im Hafen. In dieser Saison finden insgesamt sechs Regatten statt. Darüber hinaus steht im September die Görlitzer Kreismeisterschaft auf dem Wettkampfprogramm.