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| 17:45 Uhr

In Ortrand werden die Ärmel hochgekrempelt
Fleißige Hände bringen Leben ins Ortrander Freibad

 Die Wassersportgemeinschaft Niederlausitz hatte zum vierten Arbeitseinsatz im Freibad Ortrand gerufen und viele der Mitglieder packten tatkräftig mit an.
Die Wassersportgemeinschaft Niederlausitz hatte zum vierten Arbeitseinsatz im Freibad Ortrand gerufen und viele der Mitglieder packten tatkräftig mit an. FOTO: Peter Aswendt
Ortrand. Wassersportgemeinschaft sorgt für neue Badelust im Ort. Die Eröffnung der Anlage am 1. Mai ist durchaus realistisch. Von Peter Aswendt

Es ist ein Freibad mit einer langen Tradition. Seit 1926 wird in Ortrand den Badefreuden gefrönt. Viele Generationen der südlichsten Stadt Brandenburgs haben im Ortrander Freibad ihre ersten Schwimmzüge gelernt. Diesen Traditionsort möchte die Wassersportgemeinschaft Niederlausitz e.V. erhalten und zu neuem Badespaß für Jung und Alt führen.

Es ist Samstagvormittag und es regnet. Nicht gerade Badewetter, aber trotzdem stehen viele Autos auf dem Parkplatz am Ortrander Freibad. Der Grund ist der vierte Arbeitseinsatz in diesem Jahr, der vom neuen Pächter des Freizeitbades, der Wassersportgemeinschaft Niederlausitz, durchgeführt wird. Der Verein, der sich im letzten Jahr gegründet hat und in kurzer Zeit auf 50 Mitglieder angewachsen ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen geschichtsträchtigen Ort wieder zu einer Freizeitoase in Ortrand zu machen. Dazu fanden sich 25 Mitglieder und Helfer am vergangenen Samstag mit Putzeimer, Motorsäge und Radlader zum großen Schrubben und Baggern ein.

„Jetzt sieht man wieder, dass es ein Freibad ist“, freut sich Maik Bethke, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. „Hier wuchs aus jeder Fliesenfuge ein Strauch und den Fischteich oder den Campingplatz hat man gar nicht mehr gesehen“, fügt er hinzu. Dabei wurde das Freibad erst vor fünf Jahren geschlossen, nachdem es die alten Pächter nicht mehr halten konnten. Betritt man jetzt das Freizeitareal, kann man klare Strukturen erkennen. Ein Volleyballplatz steht vor der Vollendung, ein Liegebereich entsteht aus dem alten Kinderplanschbecken und eine Menge Spielplatzequipment wartet auf die Installation.

 Maik Bethke, stellvertretender Vorsitzender der Wassersportgemeinschaft Niederlausitz.
Maik Bethke, stellvertretender Vorsitzender der Wassersportgemeinschaft Niederlausitz. FOTO: Peter Aswendt

Wie vehement die Natur in nur fünf Jahren sich seinen Teil des Freizeitbades zurückgeholt hat, kann man nur an den großen Holzbergen erahnen. „Wir arbeiten heute unter anderem am Schwimmmeisterhäuschen und die frisch gemalerten Umkleideräume und die Toiletten werden gereinigt“, beschreibt Maik Bethke einige Arbeiten. Auch der Winterschutz und die Eisfreihalter wurden aus den Becken entfernt: „Das Wasser ist noch nicht urlaubsblau, es ist wohl eher ein Schlammbad“, gibt Bethke zu. „Hier müssen wir noch Reinigungsarbeiten durchführen“, stellt er klar. Der Vizechef des Vereins ist aber froh, dass alle Pumpen und Abflüsse in Ordnung sind, sodass nur eine Beckenreinigung vonnöten ist. „Das wäre sonst ein zu großer finanzieller Aufwand“, gesteht er. Obwohl der Verein von vielen örtlichen Firmen unterstützt wird, wäre das wohl eine Mammutaufgabe gewesen.

Natürlich ist das Freibad auch für den angrenzenden Campingplatz von großer Wichtigkeit. „Für unsere Gäste ist es wichtig, diese Freizeitmöglichkeit zu haben“, weiß Silke Philipp, die gemeinsam mit ihrem Mann Karlheinz Philipp den Campingplatz betreibt. „Gerade im vergangenen Sommer sind viele Kurzzeiturlauber abgereist, weil es bei der Hitze keine Bademöglichkeiten gab“, berichtet die Unternehmerin, die ebenfalls Mitglied in der Wassersportgemeinschaft ist. Für sie ist es daher selbstverständlich, dass sie bei den Arbeitseinsätzen tatkräftig zupackt. Schließlich soll angrenzend für die Camper eine Saunalandschaft entstehen, mit Ausblick auf das Freibad. Neben der Saunalandschaft ist auch der gegenüberliegende Fischteich jetzt im Sichtfeld der Badegäste und sorgt für ein angenehmes Ambiente am neu entstehenden Liegebereich.

Viele der Mitglieder der Wassersportgemeinschaft haben eine enge Verbindung mit dem Freizeitbad. So auch Falko Stephan, der als Bauleiter natürlich beste Voraussetzungen für die Planung und Durchführung der Sanierung mitbringt: „Ich habe hier das Schwimmen gelernt“ lächelt er. „Meine Kinder sind jetzt in dem Alter, wo sie gerne im Sommer baden gehen und durch das Freibad brauchen sie nicht mehr weit fahren“, freut sich der Familienvater. Katrin Gläß kommt sogar aus Lauchhammer und putzt am Samstag die Umkleideräume: „Meine Eltern wohnen noch in Ortrand und ich bin als Kind sehr oft hier gewesen“, berichtet sie beim Putzen des gerade renovierten Raumes. „Wir müssen alles picobello sauber machen, denn in 14 Tagen kommt die Hygienekommission zur Abnahme“, gibt sie noch kurz Auskunft und wendet sich ihrer Arbeit zu. Tamara Muschter und Martina Rothert sind ebenfalls fleißig am Wienern der Schließfächer und sind sich in ihrer Meinung zum Freibad einig: „Vor vielen Jahren sind so viel Steuergelder hier hineingeflossen, es wäre eine Schande, wenn alles verkommen würde“, stellen beide ganz pragmatisch klar.

Für den Eröffnungstermin hat sich die Wassersportgemeinschaft ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Wir wollen zum 1. Mai das Bad eröffnen, denn da ist auch das Stadt- und Musikfest in Ortrand“, verrät Maik Bethke. Schon am Vorabend, also am 30. April, soll das Freibad für eine Eröffnungsfeier die ersten Gäste empfangen. Bis dahin leuchtet das Wasser in den Becken auch wieder im Ortrander Azurblau.