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| 13:05 Uhr

Lausitzer Seenland
Wasserspiegel steigt pro Woche um sechs Zentimeter

Diese Birken am Sedlitzer Ufer werden demnächst entnommen. Der Schifffahrt soll eine Mindestwassertiefe von zwei Metern garantiert werden.
Diese Birken am Sedlitzer Ufer werden demnächst entnommen. Der Schifffahrt soll eine Mindestwassertiefe von zwei Metern garantiert werden. FOTO: Richter-Zippack
Großräschen. Zu 90 Prozent ist die Flutung des Großräschener Sees vollendet. Jetzt geht es dem Seewald an den Kragen. Von Torsten Richter-Zippack

Der Wasserstand im Großräschener See steigt und steigt. „Bislang wurden in diesem Jahr bereits 13,5 Millionen Kubikmeter Flutungswasser in das Restloch des Tagebaus Meuro eingeleitet“, sagt Dr. Uwe Steinhuber, Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Seit Januar sei der Wasserspiegel demnach noch einmal um 137 Zentimeter angestiegen. Das entspricht einem Wochenwert von sechs Zentimetern. Allerdings, so schränkt Steinhuber ein, werde sich dieser Wert zukünftig etwas abflachen, da die Ausdehnung des Sees weiter steigt. Im April umfasste das Gewässer bereits eine Fläche von 777 Hektar. Diese werde sich voraussichtlich bis auf 789 bis maximal 820 Hektar ausweiten. Der Ausgangspegel lag bei 51,55 Meter über dem Meer und bewegt sich mit Stand 9. Mai bei 99,49 Metern. Damit ist der See bereits um fast 48 Meter Wassersäule angestiegen. Das Gewässer sei inzwischen zu 90 Prozent gefüllt.

Wann indes der untere Endwasserstand von 100 Metern erreicht wird, sei laut den Bergbausanierern nicht genau vorauszusagen. „Die Flutungsmenge hängt vom Wasserangebot in der Spree und in der Schwarzen Elster ab“, erklärt Uwe Steinhuber. LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes prognostiziert, dass es aller Voraussicht nach im Juli 2018 so weit sei.

Die Stadt Großräschen will das Flutungsende bereits am 24. Juni mit einem kleinen Hafenfest begehen, kündigt Bürgermeister Thomas Zenker an. Dazu sollen auch die ersten Schiffe im neuen Hafen kreuzen.

Das Flutungswasser fliest über eine dreieinhalb Kilometer lange Rohrtrasse, die an der Wasserbehandlungsanlage Rainitza beginnt, in den Großräschener See. Zuvor wird das Nass aus Spree und Schwarzer Elster abgezweigt.

Durch den zügig steigenden Wasserstand im Großräschener See sind vor allem unweit des Sedlitzer Ufers hunderte Bäume, zumeist Birken, großteils unter Wasser geraten. Die von sich aus aufgewachsenen Gehölze werden laut der LMBV seit Ende April mittels schwimmender Technik beseitigt. Die Bergbausanierer haben dazu eine Spezialfirma aus Sachsen-Anhalt beauftragt, die darüber hinaus auch Überhöhen abträgt und das entsprechende Material in die tiefen Bereiche des Großräschener Sees verklappt. Ziel sei es, eine Freiwasserzone von zwei Metern zu erreichen.