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| 18:09 Uhr

Knatsch um Lausitzer Gewässer
Wassernotstand ohne Not

Senftenberg. Nach dem Abbruch von etwa fünf Hektar Land der Insel im Senftenberger See fordern Bürgern erneut eine sinnvolle Bewirtschaftung der Lausitzer Gewässer ein. Von Kathleen Weser

Der Abbruch von etwa fünf Hektar Fläche der Insel im Senftenberger See hat die Debatte um die Bewirtschaftung der Lausitzer Seenkette und der Schwarzen Elster in der Bergbaufolgelandschaft des ausgekohlten Senftenberger Reviers  neu entfacht. Denn Experten zufolge ist die Ursache der lebensgefährlichen Rutschung, die zur Vollsperrung der Wasserfläche und aller Ufer geführt hat, der niedrige Wasserstand im Speicherbecken Niemtsch gewesen. Der hatte in diesem extrem trockenen Sommer über viele Wochen ständig Wasser in die Schwarze Elster abgeben müssen, um deren Wasserhaushalt zu stabilisieren. Dem Speicherbecken Niemtsch indes konnte aus dem verfügbaren Reservoir der Nachbarseen dafür kein Wasser zugeführt werden, denn die Verfahrensweise dafür ist seit Jahren nicht geregelt.

Reinhard Heepe, Senftenberger Wasserwirtschaftler im Unruhestand, kritisiert heftig, dass die Nachbarländer Brandenburg und Sachsen bei der gemeinsamen Bewirtschaftung der Lausitzer Gewässer - sowohl im Hochwasserfall als auch in Trockenzeiten für die Niedrigwasseraufhöhung der Flüsse Schwarze Elster und Spree - einfach nicht zu Potte kommen. Die europäische Wassergesetze verlangten längst, dass „Gewässer nach Einzugsgebieten einheitlich“ zu bewirtschaften seien. Ressortdenken gefesselt an Ländergrenzen verhindere dies. Derzeit bekommt der Senftenberger See auf Betreiben des Landesbergamtes zwar Wasser auch über den benachbarten sächsischen Geierswalder See - aber lediglich als Nothilfe, um die rutschungsgefährdete Insel zu sichern.