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Waschbären kontra Niederwild

Nicht nur niedlich: Waschbären.
Nicht nur niedlich: Waschbären. FOTO: dpa
Biehlen. Sie sind der Albtraum jedes Bodenbrüters: Die Anzahl der Waschbären in der Senftenberger Region hat massiv zugenommen. Hans-Joachim Koroll, Vorstandsmitglied des Jagdverbandes Senftenberg, sagt, dass sich die Zahl der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht habe. Torsten Richter-Zippack/trt1

"Darunter leidet natürlich das Niederwild. So gibt es bei uns kaum noch Rebhühner und Fasane. Und die bodenbrütenden Vogelarten sind ebenfalls schlimm dran." Koroll verfüge über die Erlaubnis, Waschbären zu fangen und anschließend zu erlegen. Dies sei allerdings kein leichtes Unterfangen. "Die Tiere sind außerordentlich geschickt und teils sehr aggressiv", berichtet der Kostebrauer Waidmann aus seinen Erfahrungen. Hochburgen in der Region seien die Städte Lauchhammer und Senftenberg. Nicht zuletzt auch deswegen, da sich die niedlich anmutenden Tiere teilweise vom Abfall der Leute ernährten.

In der Hegegemeinschaft Schwarze Elster/Ruhlander Schwarzwasser, die das Gebiet zwischen dem namensgebenden Fluss und der Grenze zu Sachsen einnimmt, seien im Jagdjahr 2014/2015 über 230 Waschbären erlegt worden, teilt Vorsitzender Martin Graf mit. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum fielen "nur" 200 Füchse. Brandenburgweit seien rund 5000 Waschbären gestreckt worden. Graf und seine Waidgenossen beobachten bereits seit rund zehn Jahren einen kontinuierlichen Anstieg der Tiere. Diese wurden ursprünglich in Pelztierfarmen gehalten. Nach einem massiven Preisverfall wurden die Tiere teils in die freie Wildbahn entlassen. Wegen des Fehlens natürlicher Feinde können sich die Nordamerikaner rasant vermehren und verbreiten. Sie richten insbesondere in der heimischen Vogelwelt massivste Schäden an. Abschussprämien gibt es für Jäger in Brandenburg bislang nicht.