Mit ungläubigem Kopfschütteln wurden die Cent-Beträge, die oftmals weit von der 1-Euro-Marke entfernt sind, quittiert. Die Aufregung um die Mini-Beträge, bei deren Überweisung mehr Gebühren anfallen als der eigentliche Betrag wert ist, ist bis heute nicht abgeebbt. So viele Widersprüche zu einem Vorgang hat selbst Amtsdirektor Roland Adler nur selten auf dem Schreibtisch.
Dennoch hält der Verwaltungs-Chef dagegen: „Kleinvieh macht auch Mist!“ Seit der vormals ungerechte Hektar-Maßstab auf Ar umgestellt wurde, ist der von Häuslebesitzern zu zahlende Betrag oftmals deutlich kleiner geworden. Weil im Gegensatz zu früher nun deutlich klarer differenziert werden könne, so Adler. Der gerechtere Flächenmaßstab habe aber eben auch den Nachteil der Mini-Summen für den einzelnen Grundstücksbesitzer. Für den Amtsdirektor steht fest: Auch wenn es für den einzelnen Bewohner aus Jannowitz oder Hohenbocka ein lächerlich kleiner Betrag ist - in Summe gesehen, kommt ein ansehnlicher Betrag zusammen. In Ruhland zum Beispiel satte 25 300 Euro. In Hohenbocka 10 200 Euro. Zudem wäre es eine deutliche Ungleichbehandlung, die Kleinen von der lästigen Minimal-Umlage zu befreien, große Wald- und Flurbesitzer aber gnadenlos abzukassieren.
Das Argument, dass die Gemeinde Schipkau großzügig und bürgernah auf die wenigen Cent Gewässerumlage verzichtet, zieht bei Roland Adler gleichfalls nicht. „Es ist richtig, dass Schipkau die Gebühren nicht mehr erhebt. Dafür wurden aber die Steuern hochgesetzt.“ Für das Amt Ruhland sei dies auch künftig nicht der richtige Weg. Im neuen Jahr sollen die Bescheide für die Gewässerunterhaltungsumlage schon zeitiger in den Briefkästen liegen. Adler rechnet damit, dass spätestens im Mai/Juni alle Bescheide raus sind.