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Wald auf dem Acker interessiert Minister

Hoch auf dem gelben Wagen wird Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (3.v.r.) von Kutscher Matthias Gneuß und seinen Kaltblütern Ivo und Orlando durch die Peickwitzer Flur kutschiert.
Hoch auf dem gelben Wagen wird Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (3.v.r.) von Kutscher Matthias Gneuß und seinen Kaltblütern Ivo und Orlando durch die Peickwitzer Flur kutschiert. FOTO: Rasche/str1
Peickwitz. Thomas Domin (37) aus Peickwitz ist ein junger Bauer mit Pioniergeist. Er pflanzt Bäume auf seine Schläge, damit der Wind den staubigen Lausitzer Boden nicht fortträgt. Erste Forschungsergebnisse präsentierte er am Mittwoch bei der Vorstandssitzung des Bauernverbandes Südbrandenburg. Andrea Budich

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) sitzt an diesem Vormittag hoch auf dem gelben Kremser-Wagen von Pferdeliebhaber Matthias Gneuß aus Schwarzbach. Von der Sitzbank aus hat er den besten Blick auf die Peickwitzer Robinien und Pappeln, die Landwirt Domin in Reih und Glied als erste Demonstrationsfläche für ein BTU-Forschungsprojekt auf seine Schläge gepflanzt hat. Von den Flurgehölzstreifen mitten im Mais verspricht sich der Landwirt einen nicht unerheblichen Windschutzeffekt. Der Anbau von Agrarholz soll mit Unterstützung von Wissenschaftlern der BTU Cottbus-Senftenberg auch auf Grünland getestet werden. Die Flächen dazu zeigt Thomas Domin dem Minister. Eine Bepflanzung ist bisher nicht möglich, da der Anbau vom Land als Flächenumbruch gewertet wird. Das Problem nimmt Jörg Vogelsänger mit nach Potsdam. Bauer Domin jedenfalls steht in den Startlöchern, will möglichst schon im Frühjahr 2016 Bäume aufs Grünland bringen.

Reizthema bei der Diskussion der Südbrandenburger Bauern in Peickwitz ist am Mittwoch das am selben Tag in Brandenburg gestartete Volksbegehren gegen Massentierhaltung. Mit der Kampagne sollen weitere Großmastanlagen verhindert werden. "Wir müssen uns dem Thema offensiv stellen. Wir haben nichts zu verstecken", appelliert Bauernverbands-Geschäftsführerin Carmen Lorenz. Um Akzeptanz wirbt mit leidenschaftlichen Worten auch der Geschäftsführer der Landwirtschafts GmbH Finsterwalde, Frank Neczkiewicz. Zu seinem Betrieb gehören 1000 Rinder in der Milchproduktion und 600 Mutterkühe. Allein fürs Tierwohl sind in den Vorjahren mehrere Millionen Euro investiert worden. "Unsere Tore sind weit geöffnet. Jeder kann sich bei einem Stallbesuch selbst ein Urteil bilden", lädt Neczkiewicz ein.