Das millionenteure Programm zur Erweiterung des Abwassernetzes hat für die Grundstücksanlieger in Senftenberg, Lauchhammer oder Ruhland-Schönburgsau allerdings einen happigen Preis. „Der Verband wird fällige Anschlussbeiträge zügig nach dem Ende der jeweiligen Erschließungsmaßnahme erheben“ , redet Ulf Riska, Chef der WAL-Rechtsabteilung, hierzu schon Klartext. Das schnelle Einkassieren der Beiträge bringe für jede Seite Vorteile, so Riska. „Der Bürger kann eine Forderung kurz nach Bauabschluss besser nachvollziehen.“ Der Verband wiederum sei auf die Refinanzierung der getätigten Investitionen zwingend angewiesen.
Notwendige Hausaufgaben haben die Vertreter der WAL-Kommunen bereits vor dem Weihnachtsfest erledigt. Einstimmig ging die veränderte Beitragssatzung für alle zentralen Neuanschlüsse durch die Verbandsversammlung. Der eigentliche Kostensatz von 7,67 Euro pro Quadratmeter anrechenbarem Eigentum blieb dabei stabil. Das große Fragezeichen steht bei jedem Einzelfall freilich hinter der Grundstücksgröße, räumt auch die WAL-Chefetage ein. Eine generelle Begrenzung der so genannten Grundstückstiefe gibt es seit drei Jahren nicht mehr.
„Gesetzliche Änderungen im Abgabenrecht und ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Frankfurt/Oder haben inzwischen aber für mehr Rechtssicherheit gesorgt“ , sieht WAL-Jurist Riska dadurch auch die Interessen der „Großgrundbesitzer“ besser gewahrt. Ins neue Satzungs-Chinesisch des Wasserverbandes übersetzt, heißt das: Bei der Ermittlung der Basisfläche hat der Verband künftig nicht mehr starr die im Grundbuch eingetragene Quadratmeter, sondern die bauliche Nutzung des Grundstücks im Auge.
„Mit dieser Definition trägt der Verband vielen Befürchtungen vor horrenden Geldbescheiden Rechnung. Die Berechnungsformel wird einfacher“ , sagt Ulf Riska. Die Grundstücksgröße werde auf den gewerblich oder baulich nutzbaren Teil reduziert. Riesige Quadratmeter von Gartenland im Außenbereich etwa blieben außen vor. Deshalb, so Riskas Ankündigung, will der WAL nach der großen Kanalerweiterung auch jeden „Grundstücksfall“ einzeln betrachten und auslegen.