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| 17:37 Uhr

Der Rostige Nagel steht seit 10 Jahren
Rostiger Nagel: Jubiläumohne Feier

Von der Aussichtsplattform in 29,86 Meter Höhe haben die Besucher einen Panoramablick auf das Seenland.
Von der Aussichtsplattform in 29,86 Meter Höhe haben die Besucher einen Panoramablick auf das Seenland. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack
Senftenberg. Das Wahrzeichen in Kleinkoschen begeht zehnjähriges Bestehen mit Verspätung. Von Torsten Richter-Zippack

Am 23. Oktober 2008 ist der Rostige Nagel am Sornoer Kanal zwischen Kleinkoschen und Lieske eingeweiht worden. Genau ein Jahrzehnt später hat sich die rund 30 Meter hohe Cortenstahl-Konstruktion längst zu dem Seenland-Wahrzeichen schlechthin gemausert, sagen die Touristiker.

Gefeiert werde das Jubiläum zehn Jahre Rostiger Nagel in diesem Jahr allerdings nicht mehr, sagt Dana Hüttner, Sprecherin des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB). „In Anbetracht der Ereignisse der letzten Wochen ist die Organisation einer größeren Veranstaltung zum Jubiläum für uns derzeit nicht möglich. Wir werden jedoch gemeinsam mit dem Gastronom zum Saisonstart 2019 einen würdigen Rahmen finden, um an die zehn Jahre Landmarke zu erinnern.“

Mit der Wiedereröffnung des Kiosks im vergangenen Mai habe das Seenland weiter an touristischer Qualität gewonnen. Der LSB reinige, warte und prüfe den Aussichtsturm in regelmäßigen Abständen. Zwar seien derzeit keine weiteren Investitionen in die Landmarke geplant. Aber: „Das wird erst mit der intensiven Nutzung des Sedlitzer Sees und des Sornoer Kanals noch mal auf den Prüfstand gestellt.“ Damit sei aber kaum vor Mitte des kommenden Jahrzehnts zu rechnen. „Während der Hochsaison hatten wir an den Wochenenden rund 2000 Besucher, an den übrigen Tagen zwischen 200 und 300. Wir sind nach dieser Super-Sommer-Saison zwar körperlich kaputt, aber rundum zufrieden“, resümiert Steffen Philipp, der seit diesem Jahr den Kiosk „Rostlaube“ direkt unterhalb des Aussichtsturms betreibt.

Durch unzählige Gespräche weiß der Gastronom und Sedlitzer Ortsvorsteher, dass die Leute die Stahlkonstruktion ganz bewusst ansteuern und nicht etwa nur auf der Durchreise. „Der Turm ist überaus beliebt“, urteilt Philipp. „Denn fast jeder will den Drei-Seen-Blick auf Sedlitzer, Partwitzer und Geierswalder See genießen.“

Allerdings habe Steffen Philipp auch Kritik vernommen: „Mancher wünscht sich, dass der Rostige Nagel zehn Meter höher wäre. Dann könnte man über die Kippe hinüber nach Senftenberg und zum dortigen See schauen.“

Für den Tourismusverband Lausitzer Seenland gilt der Rostige Nagel als markantes Ausflugsziel in der Landschaft im Wandel, sagt Geschäftsführerin Kathrin Winkler. Vor allem, weil der Turm exemplarisch die Themen der Region verkörpere: Landschaftswandel, am Wasser sowie am Radweg gelegen. Winkler ist überzeugt, dass zukünftig das Thema Gastronomie unterm Nagel eine stärkere Bedeutung bekommen werde.

Der Aussichtsturm geht auf einen Architekturwettbewerb der Internationalen Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“ und der Stadt Senftenberg 2005 zurück. Diesen entschied der Münchener Architekt Stefan Giers für sich. Die Grundsteinlegung für die Landmarke erfolgte am 29. Mai 2008, die Einweihung am 23. Oktober 2008.

Der Rostige Nagel kostete rund eine Million Euro. 900 000 Euro übernahm das Land Brandenburg, die übrigen zehn Prozent die Stadt Senftenberg nach Diskussionen in der Stadtverordnetenversammlung. Indes ist auch im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlandes eine Landmarke geplant.

Der Rostige Nagel hat sich längst zum Wahrzeichen des Lausitzer Seenlandes gemausert.
Der Rostige Nagel hat sich längst zum Wahrzeichen des Lausitzer Seenlandes gemausert. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack