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Wähler und Helfer aus Leidenschaft

Danny Plotzke aus Niemtsch nutzt sein Wahlrecht am Sonntagnachmittag. Klaus Pötschke ist seit 1990 Wahlhelfer aus Leidenschaft.
Danny Plotzke aus Niemtsch nutzt sein Wahlrecht am Sonntagnachmittag. Klaus Pötschke ist seit 1990 Wahlhelfer aus Leidenschaft. FOTO: Jan Augustin
Niemtsch. Rekordverdächtige 75 Prozent aller Wahlberechtigten haben in Niemtsch ihre Kreuzchen gesetzt - da war es gerade einmal 15 Uhr. Ob die Wahlbeteiligung an diesem Wahlsonntag, so wie 1990, wieder auf 98,3 Prozent steigt, ist noch offen. Jan Augustin

Für Wahlhelfer Klaus Pötschke sind die Nachmittagswerte trotzdem schon ein voller Erfolg. Der 64-Jährige ist ehrenamtlicher Wahlhelfer aus Leidenschaft - zumindest seit 1990. Keine Wahl hat er seitdem als Wähler und Helfer verpasst. "Ich wollte wissen, ob das wirklich eine freie und geheime Wahl ist", erinnert er sich. Und sie war es, bestätigt er. Klaus Pötschke hat sich einen Hefter angelegt, indem alle Ergebnisse und Aufzeichnungen festgehalten sind. Das Rennen im Senftenberger Ortsteil hatte damals die CDU mit 48 Prozent gemacht. Zweitstärkste Kraft war die PDS (29 Prozent) vor der SPD (13 Prozent). Das belegen zwei kleine mit Schreibmaschinen-Schrift bedruckte und vergilbte Zettel, auf die Klaus Pötschke besonders stolz ist. 173 Wahlberechtigte gab es damals, heute sind es 296.

Einer von ihnen ist Danny Plotzke. Der 39-jährige Unternehmer betreibt den Interfish-Zierfischgroßhandel in Brieske und geht seit seinem 18. Lebensjahr wählen. Wählen zu gehen, sei eine Selbstverständlichkeit. Zu Hause rumsitzen und auf die Politik zu meckern, das sei nicht sein Ding. "Ich interessiere mich dafür, was die Parteien für die Region machen", sagt er.