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| 02:37 Uhr

Wachstumskern-Städte ergreifen Initiative für Lausitz

Lauchhammer. Die Städte des Regionalen Wachstumskerns (RWK) Westlausitz wollen sich mit aktiver Stimme in die frisch aus der Taufe gehobene Wirtschaftsregion Lausitz einbringen. Das hat Roland Pohlenz (parteilos), Bürgermeister der Stadt Lauchhammer, noch kurz vor der turnusmäßigen Übergabe des Staffelstabes an die nunmehr aktuelle Sprecherstadt Schwarzheide erklärt. Kathleen Weser

Die Probleme des Strukturwandels, die mit dem politisch erklärten Ausstieg aus der Kohle in der Lausitz bewältigt werden müssten, beträfen die Menschen in den Kommunen. Und die Bürger erwarteten zu Recht, dass sie spürbar vor Ort gelöst würden. Eine tragende Säule der regionalen Wirtschaft sei zum Auslaufmodell erklärt. Deshalb stehe der Bund in der Pflicht. Und das Land müsse die finanziellen Mittel, um die Lausitz neu aufstellen zu können, einfordern. Auf die alleinige Kraft der Landräte aus der Region heraus im Unternehmen Wirtschaftsregion Lausitz wollen die fünf Stadtoberhäupter nicht setzen. Sie wollen direkten Einfluss und ergreifen die erste Initiative. Aus dem Wachstumskern Westlausitz heraus wird für die Perspektive Lausitz ein konkreter Impulse für den weiteren Strukturwandel gegeben.

Wirtschaftsentwicklung findet an starken Verkehrsachsen statt. Die Kommunalpolitiker fordern, die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg räumlich auf direktem Weg über die Lausitz mit dem Ballungszentrum der sächsischen Landeshauptstadt Dresden zu verbinden - mit einer S-Bahn-Direktverbindung vom Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) zum Flughafen Dresden-Klotzsche über Königs Wusterhausen, Lübbenau, Großräschen, Senftenberg, Schwarzheide, Ortrand, Thiendorf und Radeburg.

"Der Strukturwandel in der Lausitz und die damit verbundene wirtschaftliche Entwicklung in völlig neuen Geschäftsfeldern bedarf einer konsequent ausgebauten Infrastruktur", begründen die Bürgermeister den Vorstoß. Insbesondere seien die Verkehrsverbindungen an die beiden angrenzenden Ballungszentren Berlin und Dresden "Grundlage für die stärker werdenden Pendlerbeziehungen aber auch für die Korrespondenz zu den Flughäfen, Hochschuleinrichtungen und strukturbestimmenden Unternehmen". Der vorhandene Ausbaustand der Straßenverbindungen werde künftig nicht ausreichend sein, neben den Schwerlastverkehr auch eine zuverlässige und Zeit sparende Anbindung zu gewährleisten. Um dem demographischen Wandel zu begegnen, sei ein ökologisch sinnvoller und zuverlässiger Schienenweg zu den künftigen Arbeitsplätzen eine Grundlage, das Wohnen in der Lausitz attraktiv zu gestalten.

Eine Direktverbindung im Status einer S-Bahn im Stundentakt vom künftigen Flughafen BER über Lübbenau, Großräschen, Senftenberg und Schwarzheide stelle eine geeignete Möglichkeit dar, optimale Pendlerverbindungen einzurichten. Gleichfalls sei eine S-Bahn Anbindung vom Flughafen Dresden-Klotzsche auf direktem Wege über Radeburg, Thiendorf und Senftenberg eine hervorragende Möglichkeit, zusätzlich die touristische Entwicklung des Lausitzer Seenlandes zu stärken.

Zum Thema:
In der Förderperiode der Jahre 2014 bis 2016 sind im Regionalen Wachstumskern (RWK) Westlausitz etwa 410 000 Euro eingesetzt worden, um die Wirtschaftsregion zu stärken. Die fünf beteiligten Städte (Senftenberg, Lauchhammer, Schwarzheide, Großräschen und Finsterwalde) haben davon einen Eigenanteil von 30 Prozent getragen. Schwerpunkte der Projektarbeit waren die Arbeits- und Fachkräftesicherung, das Sichern der berufsbedingten Mobilität in der Region sowie Projekte des Standortmarketings. Der Fördermittelantrag für den Zeitraum 2017 bis 2019 ist unter dem Titel "Standortsicherung und -profilierung der Wirtschaftsregion Westlausitz" gestellt. Der Staffelstab der Sprecherstadt des Regionalen Wachstumskerns ist von Lauchhammer mit Jahresstart an die Stadt Schwarzheide übergeben worden.