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Flutungsjubiläum
Stolze Bergleute feiern Seenland-Geburtsstunde

Der ehemalige Sanierungsbereichsleiter Walter Karge erklärt an der neuen Schautafel die Flutungsgeschichte.
Der ehemalige Sanierungsbereichsleiter Walter Karge erklärt an der neuen Schautafel die Flutungsgeschichte. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Senftenberg. Vom Bergbauzentrum zum Erholungsort: Senftenberg hat eine beachtliche Wandlung hinter sich, die vor 50 Jahren richtig Fahrt aufnahm. Von Jan Augustin

Glück auf, Glück auf. Den bekannten Steigermarsch schmettern die ehemaligen Bergleute mit ganzer Leidenschaft und Liebe. Es ist Mittwoch, genau fünf Minuten nach 10 Uhr. Das Ufer des Senftenbergers See ist keine 50 Meter entfernt. Neben den in schwarzer Anzugstracht gekleideten Kumpeln des Traditionsvereins und des Chors der Briesker Bergarbeiter steht auf der Wiese der historische Schieber der Flutungsleitung für den Alttagebau Niemtsch. Aus ihr schoss auf die Minute genau vor 50 Jahren das erste Wasser in das Restloch. Der ehemalige Bergmann und spätere Sanierungsleiter Walter Karge spricht nicht zu Unrecht von der Geburtsstunde des Lausitzer Seenlandes. Seit dem Sommer 1973 tummeln sich jährlich Hunderttausende Touristen und Einheimische am Strand und im Wasser des Senftenberger Sees. Walter Karge erlebt seit fast 77 Jahren die Entwicklung seiner Heimat, die er mitgestaltet hat - vom Bergbauzentrum zum staatlich anerkannten Erholungsort. „Die Senftenberger sollten stolz sein auf diese Entwicklung“, sagt er. Das ist auch Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD), wie er sagt, wenn er am Ufer des Sees spazieren geht. Die große Bedeutung des Jubiläums verdeutlicht das Stadtoberhaupt mit einem kurzen, aber tiefen Blick in die Historie. Vor 100 Jahren, sagt Fredrich, ist an Ort und Stelle noch auf Äcker und Wiesen geschaut worden und die Leute lebten von der Landwirtschaft. Dann kam der Tagebau und mit ihm später der See. „Das haben Sie, liebe Bergleute, geschafft“, würdigt er. Diese Erfolgs-Geschichte ist seit Mittwoch in komprimierter Form auch auf einer Schautafel direkt neben dem Schieber nachzulesen. Der bebilderte Rückblick beginnt im Jahr 1938, als östlich von Niemtsch der erste Abraum gewonnen wurde und endet mit ebenso imposanten Fakten aus dem Erholungsgebiet.