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| 02:49 Uhr

Vor dem Schaden klug sein

Der weise Spruch, dass man möglichst vor dem Schaden klug sein sollte, scheint hierzulande nicht viel zu gelten. Oft braucht es erst Straftaten, Unglücke und Katastrophen, ehe gehandelt wird.

Und selbst dann wird schnell vergessen. Es sei denn, eine schlimme Nachricht wird durch die nächste abgelöst. Aktuelle bundesweite und Weltthemen gibt es zur Genüge, die da hineinpassen.

Das ist im Kleinen nicht anders. Kriminelle und Proteste haben für ein Zurückdrehen der Polizeireform gesorgt. Und eine Straße ist erst dann gefährlich, wenn es einige Male an einer bestimmten Stelle gekracht hat, und nicht, wenn bereits vorher vor Unzulänglichkeiten gewarnt worden ist.

Gemahnt wird zum Beispiel auch seit Jahren, die Tagebauseen als Rückhaltebecken für das Hochwasser der Schwarzen Elster zu nutzen. Außer Studien ist bislang nichts passiert. Ganz klar: Als Handlungsbeschleuniger fehlt offensichtlich ein ordentliches Hochwasser. Die Elsteranrainer von Kleinkoschen bis Lauchhammer sind zuvor stets mit einem blauen Auge davongekommen. Beim nächsten Mal kann das schon ganz anders aussehen. Auf Katastrophen können wir gern verzichten, auch wenn das Handlungspapier dadurch wohl schneller beschrieben werden würde. S. 13 manfred.feller@lr-online.de